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Ter junge Gelehrte.
Zahr meine Abhandlung mit eingeschickt; aber, ohne mich zurühmen, länger als acht Tage habe ich über keine zugebracht.
Chrys. Wißt ihr denn aber auch, ihr lieben Leute, wasin den Niederlanden vorgegangen ist? Ich habe hier eben dieneuste Zeitung. Sie haben sich die Köpfe wacker gewaschen.Doch die Alliirtcn, ich bin in der That recht böse auf sie. Ha-ben sie nicht wieder einen wunderbaren Streich gemacht! —
Anton. Nun, da reden alle drey etwas anders! Derspricht von der Liebe; der von seinen Abhandlungen; der vomKriege. Wenn ich auch etwas besonders reden soll, so werdeich vom Abendessen reden. Vom Mittage an, bis auf denAbend um sechs Uhr, zu fasten, sind keine Narrcnsposscn.
Valer. Unglückliche Liebe!
Damis. Die unbesonnene Akademie!
Chr)'!'. Die dummen Alliirtcn!
Anron. Die vierte Stimme schlt noch: die langsamen Bra-tenwender!
Fünfzehnter Auftritt.
-Lisette, Danns. Valer. Chrysander. Anton.
L.isette. Nun Herr Chrysander? ich glaubte, Sie hattendie Herren zu Tische rufen wollen? Ich sehe aber, Sie wollenselbst gerufen seyn. Es ist schon aufgetragen.
Anton. Das war die höchste Zeit! dem Himmel sey Dank!
Lhrys. Es ist wahr; es ist wahr; ich hätte es bald ver-gessen. Der Zeitungsmann hielt mich auf der Treppe auf. Kom-men Sie, Herr Valer; wir wollen die jetzigen Staatsgcschäftcein wenig mit einander bey einem Gläschen überlegen. Schla-gen Sie Sich Julianen aus dem Kopfe. Und du, mein Sohn,du magst mit deiner Braut schwatzen. Du wirst gewiß einewackre Frau an ihr haben; nicht so eine Xantippc, wie — —
Damis. Xantippe? wie verstehen Sie das? Sind Sie etwaauch noch in dem pöbelhaften Norurthcilc, daß A'antippc eineböse Frau gewesen sey?
Lhrys, Willst du sie etwa für eine gute halten? Du wirstdoch nicht die A'antippc vertheidigen? Pfuy! das heißt einen ABE-