Ter junge Eelchrtc.
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Wortcn. — Wann sie aber bösc seyn soll, dcinc Frau, waswillst du mit Julianen? — — Hörc, ich kcnnc cinc altcWittwc, die schon vier Männer ins Grab gezankt hat; sie hatihr seines Auskommen: ich dächte, das wäre deine Sache;nimm die! Ich babc dir das Maul einmal wäßrig gemacht,ich muß dir also doch etwas darein geben. Wann es einmaleine .^'antippe seyn soll, so kannst dn keine bcßrc finden.
Damis, Mit Ihrer Tantippc! ich habe es Ihnen ja schonmehr als einmal gesagt, daß Z'antippc keine böse Frau gewe-sen ist. Haben Sie meine Beweisgründe schon wieder vergessen ?
Lhrys. Ey was? mein Beweis ist das ABCbuch. Werso ein Buch bat schreiben können, das so allgemein gewordenist, der muß es gewiß besser verstanden haben, als du. Undkurz, mir liegt daran, daß Tantippc cinc bösc Frau gcwc-scn ist. Ich könnte mich nicht zusricdcn gcbcn, wcnn ich mcinccrstc Frau so oft sollte gelobt haben. Schweig also mit dei-nen Narrcnsposscn; ich mag von dir nicht besser unterrichtet seyn.
Damis, So wird uns gedankt, wcnn wir die Leute ausihren Irrthümern helfen wollen.
Chr^s. Seit wcnn ist denn das Ey klüger, als die Henne?he? Hcrr Doktor, vcrgcß Er nicht, daß ich Vatcr bin, unddaß es auf den Vater ankömmt, wcnn der Sohn hcyrathcnsoll. Ich will an Julianen nicht mehr gedacht wissen — —
Darms, Und warum nicht?
Chrss. Soll ich mcincm cinzigcn Sohnc cin armcs Mäd-chen aushängen? Du bist nicht werth, daß ich für dich so be-sorgt bin. Du weißt ja, daß sie nichts im Vcrniögen hat.
Damis. Hatte sie vorhin, da ich sie hcyrathcn sollte, mehrals jetzt?
Lhr^s. Das verstehst d» nicht. Ich wußte wohl, was ichvorhin that: aber ich weiß auch, was ich jetzt thuc.
Damis. Gut, desto besser ist cS, wann sie kein Geld hat.Man wird mir also nicht nachreden können, die bösc Frau dcsGeldes wcgcn gcnommcn zu haben; man wird es zugcstchcnmüsscn, daß ich kcinc andrc Absicht gchabt, als die, mich inden Tugenden zu übcn, dic bcy Erduldung cincS solchcn Wci-bcs nöthig sind.