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1 (1838)
Entstehung
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Ter junge Gelehrte.

Lhrys. Eines solchen Weibes! wer hat dir denn gesagt,daß Zulianc eine böse Frau werden wird?

D«mis, Wann ich nicht, wie wir (belehrten zu reden pfle-gen, s priori davon übcrsiihrt wäre, so würde ich es schon dar-aus schliesst» können, weil Sie daran zweifeln.

Lhrys. Fein nascwciß, mein Sohn! fein nascwciß! Ichhabe Julianen auferzogcn; sie hat viel Wohlthat bey mir ge-nossen; ich habe ihr alles Gute beygebracht: wer von ihr Übelsspricht, der spricht es zugleich von mir. Was ? ich sollte nichtein Frauenzimmer zu ziehen wissen ? Ich sollte ein Mädchen,das unter meiner Aufsicht groß geworden ist, nicht so weitgebracht haben, daß es einmal eine rcchtsckafnc wakre Frauwürde? Reich habe ich sie freylich nicht machen können; ichbin der Wohlthat selbst noch bcnöthigt. Aber daß ich sie nichttugendhaft, nicht verständig gemacht hätte, das kann mir nureiner nachreden, der so dumm ist, als du, mein Sohn. Nimmmir es nicht übel, daß ich mit der Sprache herausrücke. Dubist so ein eingemachter Narre, so ein Stockfisch- nimmmirs nicht übel, mein Sohn so ein übcrstudirterPickclhcring aber nimm mirs nicht übel

Damis. (bey Seite) Bald sollte ich glauben, daß sein er-ster Handel mit cingcsalzncn Fischen gewesen sey.--Schon

gut, Herr Vater; von Iuliancns Tugend will ich nichts sagen;die Tugend ist oft eine Art von Dummheit. Aber was ihrenVerstand anbelangt, von dem werden Sie mir erlauben, daßich ihn noch immer in Zweifel ziehe. Ich bin nun schon eineziemliche Zeit wieder hier; ich habe mir auch manchmal dieMühe genommen, ein Paar Worte mit ihr zu sprechen: hatsie aber wohl jemals an meine Gelehrsamkeit gedacht? Ichmag nicht gelobt seyn; so eitel bin ich nicht: nur muß manden Leuten ihr Recht wicdcrfahren lassen

Fünfter Auftritt.Chrysander. Zvamis. Valer.Lhrys, Gut, gut, Herr Valer, Sie kommen gleich zurrechten Stunde.

Zvamis. Was will der unerträgliche Mensch wieder?