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1 (1838)
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288
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5cr junge Gelehrte.

Anton. Was für ein Brief?K.isettc. Den ich dir vorbin gab.Anron. Was ist denn mit dem?

-Lusette. Es ist alles umsonst; meine Mi"chc ist vergebens.

Anton. Wie denn so? so wahr ich lebe, ich habe ibn rich-tig bestellt. Mache keine Possen, nnd schiebe die Schuld etwaauf mich!

^.isette. Richtig übergeben ist er wohl; er tbat auch sckonseine Wirkung. Aber Juliane hat uns selbst einen Strich durchdie Rechnung gemacht. Sie will es durchaus dem Alten ent-decke», daß es ein falscher Brief gewesen sey, und hat es viel-leicht auch schon gctban.

Ancon. Was zum Henker, sie selbst? Da werden wirankommen! Siehst du; nun ist der Sperling und die Taubeweg. Und was das schlimmste ist; da ich die Taube habefangen wollen, so bin ich darüber mit der Nase ins Weiche ge-fallen. Oder deutlicbcr, und ohne s'ilcichniß mit dir zu reden:die versprochene' Belohnung bey dem Alten hab ich vcrlohrcn,die eingebildete bey Balcrcn entgeht mir ancb, und aller Prosit,den ich dabey macbcn werde, ist, nebst einem gnädigen Ribbcn-

stosse, ein Pak dich znm Teufel!--Will Sie mich alsdcnn

noch, Jungfer Liscttc? O, Sie muß micb. Ich will Siedie Leute lehren unglücklich machen

Fuselte. Es wird mir gewiß besser gehen? Wir wandernmit einander, und wenn wir nur ciumal ein Paar sind, so magstdu sehen, wie du mich crnchrcst.

Anton. Zch dich crnchrcn? bey der theuren Zeit? Wennich noch könnte mit dir bcrum ziehen, wie der mit dem großenThiere, daß ein Horn auf der Nase hat.

-L.isette. Sorge nickt, in ein Thier mit einem Hörne willich dich bald verwandeln. Es wird alsdcnn dock wohl einerleyseyn, ob du mit mir, oder ich mit dir herum ziehe.

Ancon. Nu wabrhastig, mit dir weiß man dock noch, wo-ran man ist. Aber, damit wir nicht eins ins andrereden, wo ist denn nun mein Herr? Da sind cndlick seine ver-dammten Briefe!

-L-isette. Siehst du ihn?