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Die Juden.
Siebender Auftritt.Das Fräulein- Der Reisende- Der Daron.Das Fraul. Ach! Papa--
Der Baron. Nu, mi! fein wild, fein wild! Vorhin liefstdu vor mir: was sollte das bedeuten ? — —
Das Fraul. Vor Ihnen bin ich nicht gelaufen. Papa,sondern nur vor Ihrem Verweise.
Der Baron. Der Unterschied ist sehr subtil. Aber waswar es denn, das meinen Verweis verdiente?
Das Fraul. O! Sie werden es schon wissen. Sie sahenes ja! Ich war bey dem Herrn — —
Der Baron. Nun? und —
Das Fraul. Und der Herr ist eine Mannsperson, und mitden Mannspersonen, haben Sie befohlen, mir nicht allzuviel zuthun zu machen.--
Der Baron. Daß dieser Herr eine Ausnahme sey, hättestdu wohl merken sollen- Ich wollte wünschen, daß er dich lei-den könnte. — — Ich werde cS mit Vergnügen sehen, wenndu auch beständig um ihn bist.
Das Fraul. Ach! — es wird wohl das erste und letzte
mal gewesen seyn. Sein Diener packt schon auf.--Und
das wollte ich Ihnen eben sagen.
Der Baron- Was? wer? sein Diener?
Der Reis. Ja, mein Herr, ich hab es ihm befohlen. MeineVerrichtungen uud die Bcsorgniß, Ihnen beschwerlich zu fallen —
Der Baron. Was soll ich ewig davon denken ? Soll ichdas Glück nicht haben, Ihnen näher zu zeigen, daß Sie Sichein erkenntliches Herz verbindlich gemacht haben ? O.'ich bitte Sie,fügen Sie zu Ihrer Wohlthat noch die andre hinzu, die mir ebenso schätzbar als die Erhaltung meines Lebens seyn wird; bleibenSie einige Zeit — wenigstens einige Tage bey mir; ich würdemir es ewig vorzuwerfen haben, daß ich einen Mann, wie Sie, un-gckannt, ungcchrr, unbclohnt, wenn es anders in meinem Ver-mögen stehet, von mir gelassen hätte. Ich habe einige meinerAnverwandten auf heute einladen lassen, mein Vergnügen mitihnen zu theilen, nnd ihnen das Glück zu verschaffen, meinenSchutzengel kennen zu lernen.