Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
317
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Die Juden.

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Der Reis. Mein Herr, ich muß nothwendig

Das Fraul. Da bleiben, mein Herr, da bleiben! Ich laufe,

Ihrem Bedienten zu sagen, daß er wieder abpacken soll. Doch

da ist er schon.

Achter Austritt.

Christoph/ (in Stiefeln nud Sporen, und zwey Mantelsäckc inttcr denArmen.) Die Vorigen.

Christ. Nun! mein Herr, cs ist alles fertig. Fort! kür-zen Sie Ihre Abschicdsformcln ein wenig ab. Was soll dasviele Reden, wenn wir nicht da bleiben können?

Der Naron. Was hindert Euch denn, hier zu bleiben?

Christ. Gewisse Betrachtungen, mein Herr Baron , die denEigensinn meines Herrn zum Grunde, und seine Großmuth zumVorwandc haben.

Der Reis. Mein Diener ist öfters nicht klug: verzeihenSie ihm. Zch sehe, daß Ihre Bitten in der That mehr alsKomplimente sind. Ich ergebe mich; damit ich nicht aus Furchtgrob zu seyn, eine Grobheit begehen möge.

Der Zbaron. O! was für Dank bin ich Ihnen schuldig!

Der Reis. Ihr könnt nur gehen, und wieder abpacken!Wir wollen erst morgen fort.

Das Fräul. Nu! hört Er nicht? Was steht Er denn da?Er soll gehn, und wieder abpacken.

Christ. Von Rechts wegen sollte ich böse werden. Es istmir auch beynahe, als ob mein Zorn erwachen wollte; doch weilnichts schlimmers daraus erfolgt, als daß wir hier bleiben, undzu essen und zu trinken bekommen, und wohl gepflegt werden,so mag cs seyn! Sonst laß ich mir nicht gern nnnöthigc Mühemachen: wissen Sie das?

Der Reis. Schweigt! Ihr seyd zu unverschämt.

Christ. Denn ich sage die Wahrheit.

Das Fräul. O! das ist vortrefflich, daß Sie bey uns blei-ben. Nun bin ich Ihnen noch einmal so gut. Kommen Sie,ich will Ihnen unsern Garten zeigen; er wird Ihnen gefallen.

Der Reis. Wenn er Ihnen gefallt, Fräulein, so ist csschon so gut, als gewiß.