Die Juden.
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Gast ist. Gewisser Ursachen wegen, mag ich ihn auch nichtfragen. Könntest du nicht von seinem Diener — —
-Luserte. Ich weiß, was Sie wollen. Dazu trieb michmeine Neugicrigkeit von selbst, und deswegen kam ich hiehcr. —
Der ZSaron, Bemühe dich also, — — und gieb mirNachricht davon. Du wirst Dank bey mir verdienen.
Musette, Gehen Sie nur.
Christ. Sie werden es also nicht übelnehmen, mein Herr,daß wir es uns bey Ihnen gefallen lassen. Aber ich bitte,machen Sie Sich meinetwegen keine Angelegenheit; ich bin mitallem zufrieden, was da ist.
Der Varon . Lisettc, ich übergebe ihn deiner Aufsicht. Laßihn an nichts Mangel leiden, (geht ab)
Christ. Zch empfehle mich also, Mademoiscll, Dero güti-gen Aussicht, die mich an nichts wird Mangel leiden lassen.
(will abgehen)
Zehnter Auftritt.Lisette. Thristoph.
Ä.isetre. (hält ihn auf) Nein, mein Herr, ich kann es un-möglich über mein Herz bringen, Sie so unhöflich seyn zu las-sen. — Bin ich denn nicht Frauenzimmers genug, um einerkurzen Unterhaltung werth zu seyn?
Christ. Der Geyer! Sie nehmen die Sache genau, Mam-sell. Ob Sie Frauenzimmers genug oder zu viel sind, kannich nicht sagen. Wenn ich zwar aus Ihrem gesprächigen Mundeschließen sollte, so dürste ich beynahe das letzte behaupten. — Dochdem sey, wie ihm wolle; jetzt werden Sie mich beurlauben;--Sie sehen, ich habe Hände und Arme voll.--So-bald mich hungert oder durstet, werde ich bey Ihnen seyn.
-Luselte. So machts unser Schirrmeister auch.
Christ. Der Henker! das muß ein gescheuter Mann seyn:er machts wie ich!
-ü.isette- Wenn Sie ihn wollen kennen lernen: er liegtvor dem Hinterhausc an der Kette.
Christ. Verdammt! ich glaube gar, Sie meynen den Hund.Zch merke also wohl, Sie werden den leiblichen Hunger und