Die Juden.
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Kisette. Ey, was immm Sie denn ein kluges Wort?Was haben Sie denn wohl mit ihm zu sprechen, das der Papanicht hören dürste?
Das Aräul. Tauscndcrlcy! — Aber du machst mich böse,wo du mich noch mehr fragst. Genug, ich bin dem fremdenHerrn gut. Das darf ich doch wohl gcstchn?
Liierte. Sie würden wohl greulich mit dem Papa zanken,wenn er Ihnen einmal so einen Bräutigam verschaffte? Undim Ernst, wer weiß, was er thut. Schade nur, daß Sienicht einige Zahr älter sind; es könnte vielleicht bald zuStande kommen.
Das Fräul. O, wenn es nur am Alter liegt, so kann michja der Papa einige Zahr älter machen. Ich werde ihm gewißnicht widersprechen.
Lisette. Nein, ich weiß noch einen bessern Rath. Zehwill Ihnen einige Zahrc von den mcinigcn geben, so ist unsallen beiden geholfen. Zch bin alsdann nicht zu alt, und Sienicht zu jung.
Das Fröul. Das ist auch wahr; das geht ja an!
Lisette. Da kömmt des Fremden Bedienter; ich muß mitihm sprechen. Es ist alles zu Ihrem Besten. — — LassenSie mich mit ihm allein. — — Gehen Sie.
Das Fräul. Vergiß es aber nicht, wegen der Zahrc.--
Hörst du, Lisette?
Vierzehnter Auftritt.
Lisette. Christoph.
Lisette. Mein Herr, Sie hungert oder durstet gewiß, daßSie schon wiederkommen? nicht?
Christ. Za freylich! — — Aber wohl gemerkt, wie ichden Hunger und Durft erklärt habe. Ihr die Wahrheit zu ge-steh», meine liebe Jungfer, so hatte ich schon, so bald ich ge-stern vom Pferde stieg, ein Auge auf Sie geworfen. Dochweil ich nur einige Stunden hier zu bleiben vcrmcyntc, so glaubteich, cs verlohne sich nicht der Mühe, mich mit Ihr bekannt zumachen. Was hätten wir in so kurzer Zeit können ausrichten?Wir hatten unsern Roman von hinten müssen anfangen. Allein