Die Juden.
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oder Namen zu fragen. So viel ist gewiß, reich muß er seyn;denn er hat weder mich, noch sich, auf der Reise Noth leidenlassen. Um was brauch ich mich mehr zu bekümmern?
Kisette. Was soll ich mir von Ihrer Liebe versprechen,da Sie meiner Verschwiegenheit nicht einmal eine solche Kleinig-keit anvertrauen wollen? Zch wurde nimmermehr gegen Sieso seyn. Zum Erempel, hier habe ich eine schöne silberne Schnupf-tabacksdosc--
Christ. Za? nu?--
-6.isette. Sie dürften mich ein klein wenig bitten, so sagteich Ihnen, von wem ich sie bekommen habe--
Christ. O! daran ist mir nun eben so viel nicht gelegen.Lieber möchte ich wissen, wer sie von Ihnen bekommen sollte?
Aisette. Ueber den Punkt habe ich eigentlich noch nichtsbeschlossen. Doch wenn Sie sie nicht sollten bekommen, so ha-ben Sie es niemanden anders, als Sich selbst zuzuschreiben.Zch würde Ihre Aufrichtigkeit gewiß nicht unbelohnt lassen.
Christ. Oder vielmehr meine Schwatzhaftigkeit! Doch, sowahr ich ein ehrlicher Kerl bin, wann ich dasmal verschwiegenbin, so bin ichs aus Noth. Denn ich weiß nichts, was ichausplaudern könnte. Verdammt! wie gern wollte ich meine Ge-heimnisse ausschütten, wann ich nur welche hätte.
K.isette. Adieu! ich will Ihre Tugend nicht länger bestür-men. Nur wünsch ich, daß sie Ihnen bald zu einer silbernenDose und einer Liebsten verhelfen möge, so wie sie Sie jetztum beides gebracht hat- (will gehn)
Christ Wohin ? wohin? Geduld! (bey Seite) Ich sehe-michgenöthigt, zu lügen. Denn so ein Geschenk werde ich mir dochnicht sollen entgehn lassen? Was wirds auch viel schaden?
Eiferte. Nun, wollen Sie es näher geben? Aber,--
ich sehe schon, es wird Ihnen sauer. Nein, nein; ich magnichts wissen —
Christ. Za, ja, Sie soll alles wissen!--(bey Seite)
Wer doch recht viel lügen könnte!--Hören Sie nur! —
Mein Herr ist — — ist einer von Adel. Er kömmt,--