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1 (1838)
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Die Juden.

hat müssen--gewisser Vcrdrüßlichkeiten wegen,--ei-ner Kleinigkeit--eines Mords wegen--entfliehen

Lisette. Was? eines Mords wegen?

Christ. Za, aber eines honetten Mordseines Duells wegen entfliehen. Und jetzt eben ist erauf der Flucht--

Lisette. Und Sie, mein Freund?

Christ. Ich, bin auch mit ihm auf der Flucht. Der Ent-leibte hat uns--will ich sagen, die Freunde des Entleib-ten haben uns sehr verfolgen lassen; und dieser Verfolgung we-gen --Nun können Sie leicht das Ucbrigc errathen.--

Was Geyer, soll man auch thun? Ucbcrlcgen Sie es selbst;ein junger naseweiser Lasse schimpft uns. Mein Herr stößt ihnübern Haufen. Das kann nicht anders seyn! Schimpft michjemand, so thu ichs auch, oder oder schlage ihn hinterdie Ohren. Ein ehrlicher Kerl muß nichts auf sich sitzen lassen.

Lisette. Das ist brav! solchen Leuten bin ich gut; dennich bin auch ein wenig unleidlich. Aber sehen Sie einmal, dakömmt Ihr Herr! sollte man es ihm wohl anschn, daß er sozornig, so grausam wäre?

Christ. O kommen Sie', wir wollen ihm aus dem Wegegehn. Er möchte mir es anschn, daß ich ihn verrathen habe.

Ä.isette. Ich bins zufrieden

Christ Aber die silberne Dose

L.isctte. Kommen Sie nur. (bey Seite) Ich will erst se-hen, was mir von meinem Herrn für mein entdecktes Geheim-niß werden wird: lohnt sich das der Mühe, so soll er sie haben.

Fünfzehnter Auftritt.Der Reisende.

Zch vermisse meine Dose. Es ist eine Kleinigkeit; gleich-wohl ist mir der Verlust empfindlich. Sollte mir sie wohl der

Vogt?--Doch ich kann sie vcrlohrcn haben, ich kann sie

ans Unvorsichtigkeit herausgerissen haben.--Auch mit sei-nem Verdachte muß man niemanden beleidigen. Gleichwohl, er drcngtc sich an mich heran; er griff nach der Uhr: