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Die Juden.
Der Reis. Verzeihen Sie meine UnHöflichkeit. Ich wolltegleich wieder bey Ihnen seyn. Ich gicng mir meine Dose zusuchen, die ich hier herum muß verloren haben.
Der Baron- Das ist mir höchst empfindlich. Sie solltennoch bey mir zu Schaden kommen?
Der Reis Der Schade würde so groß nicht seyn.--
Allein betrachten Sie doch einmal diesen ansehnlichen Bart!
Der Baron. Sie haben mir ihn schon einmal gezeigt.Warum?
Der Reis. Ich will mich Ihnen deutlicher erklären. Ichglaube — — Doch nein, ich will meine Vermuthungen zu-rückhalten. --
Der Baron. Ihre Vermuthungen? Erklären Sie Sich!
Der Reis- Nein; ich'habe mich übereilt. Ich könnte michirren--
Der Baron. Sie machen mich unruhig.
Der Reis. Was halten Sie von Ihrem Vogt?
Der Baron. Nein, nein; wir wollen das Gespräch aufnichts anders lenken.--Ich beschwöre Sie bey der Wohl-that, die Sie mir erzeigt haben, entdecken Sie mir, was Sieglauben, was Sie vermuthen, worinnc Sie Sich könnten ge-irrt haben!
Der Reis Nur die Beantwortung meiner Frage kannmich antreiben, es Ihnen zu entdecken.
Der Baron. Was ich von meinem Vogte halte?--
Ich halte ihn für einen ganz ehrlichen und rechtschaffen Mann.
Der Reis. Vergessen Sie also, daß ich etwas habe sagenwollen.
Der Baron. Ein Bart, — Vermuthungen, — der Vogt, —wie soll ich diese Dinge verbinden? — Vermögen meine Bittennichts bey Ihnen? — Sie könnten Sich geirrt haben? Gesetzt,Sie haben Sich geirrt; was können Sie bey einem Freundefür Gefahr laufen?
Der Reis. Sie dringen zu stark in mich. Ich sageIhnen also, daß der Wogt diesen Bart aus Unvorsichtigkeit hatfallen lassen; daß er noch einen hatte, den er aber in der Ge-schwindigkeit wieder zu sich steckte; daß seine Reden einen Men-