Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

Z32

Die Juden.

Der Reis. Verzeihen Sie meine UnHöflichkeit. Ich wolltegleich wieder bey Ihnen seyn. Ich gicng mir meine Dose zusuchen, die ich hier herum muß verloren haben.

Der Baron- Das ist mir höchst empfindlich. Sie solltennoch bey mir zu Schaden kommen?

Der Reis Der Schade würde so groß nicht seyn.--

Allein betrachten Sie doch einmal diesen ansehnlichen Bart!

Der Baron. Sie haben mir ihn schon einmal gezeigt.Warum?

Der Reis. Ich will mich Ihnen deutlicher erklären. Ichglaube Doch nein, ich will meine Vermuthungen zu-rückhalten. --

Der Baron. Ihre Vermuthungen? Erklären Sie Sich!

Der Reis- Nein; ich'habe mich übereilt. Ich könnte michirren--

Der Baron. Sie machen mich unruhig.

Der Reis. Was halten Sie von Ihrem Vogt?

Der Baron. Nein, nein; wir wollen das Gespräch aufnichts anders lenken.--Ich beschwöre Sie bey der Wohl-that, die Sie mir erzeigt haben, entdecken Sie mir, was Sieglauben, was Sie vermuthen, worinnc Sie Sich könnten ge-irrt haben!

Der Reis Nur die Beantwortung meiner Frage kannmich antreiben, es Ihnen zu entdecken.

Der Baron. Was ich von meinem Vogte halte?--

Ich halte ihn für einen ganz ehrlichen und rechtschaffen Mann.

Der Reis. Vergessen Sie also, daß ich etwas habe sagenwollen.

Der Baron. Ein Bart, Vermuthungen, der Vogt,wie soll ich diese Dinge verbinden? Vermögen meine Bittennichts bey Ihnen? Sie könnten Sich geirrt haben? Gesetzt,Sie haben Sich geirrt; was können Sie bey einem Freundefür Gefahr laufen?

Der Reis. Sie dringen zu stark in mich. Ich sageIhnen also, daß der Wogt diesen Bart aus Unvorsichtigkeit hatfallen lassen; daß er noch einen hatte, den er aber in der Ge-schwindigkeit wieder zu sich steckte; daß seine Reden einen Men-