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1 (1838)
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Die Juden.

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schen verriethen, welcher glaubt, man denke von ihm eben soviel Uebels, als er thut; daß ich ihn auch sonst über einemnicht allzu gewissenhaften wenigstens nicht allzu klugenGriffe, ertappt habe.

Der Daron. Es ist als ob mir die Augen auf einmalaufgiengen. Ich besorge, Sie werden Sich nicht geirrt ha-ben. Und Sie trugen Bedenken, mir so etwas zu entdecken?Den Augenblick will ich gehn, und alles anwenden, hintcr dieWahrheit zu kommen. Sollte ich meinen Mörder in meinemeignen Hanse haben?

Der Reis. Doch zürnen Sie nicht auf mich, wenn Sie,zum Glücke, meine Vermuthungen falsch befinden sollten. Siehaben mir sie ausgepreßt, sonst würde ich sie gewiß verschwie-gen haben.

Der Baron. Ich mag sie wahr oder falsch befinden, ichwerde Ihnen allzeit dafür danken.

Neunzehnter Auftritt.Der Reisende, (und hmiach) Christoph.Der Reis. Wo er nur nicht zu hastig mit ihm verfährt!Denn so groß auch der Verdacht ist, so könnte der Mann doch

wohl noch unschilldig seyn. Ich bin ganz verlegen.--

Zn der That ist es nichts geringes, einem Herrn seine Unter-gebnen so verdächtig zu machen. Wenn er sie auch unschuldigbefindet, so verliert er doch auf immer das Vertrauen zu ih-nen. Gewiß, wenn ich es recht bedenke, ich hätte schweigensollen. Wird man nicht Eigennutz und Rache für die Ursa-chen meines Argwohns halten, wenn man erfährt, daß ich ihmmeinen Verlust zugeschrieben habe? Ich wollte ein Vielesdarum schuldig seyn, wenn ich die Untersuchung noch hintertrei-ben könnte

Christ, ttommt gelacht) Ha! ha! ha! wissen Sie, wer Siesind, mein Herr?

Der Reis. Wißt Ihr, daß Zhr ein Narr send? Wasfragt Zhr?

Christ. Gut! wenn Sie es denn nicht wissen, so will iches Ihnen sagen. Sie sind einer von Adel. Sie kommen aus