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Die Juden.
Holland. Allda haben Sie Nerdrüßlichkeitcn, lind ein Duellgehabt. Sie sind so glücklich gewesen, einen jungen Naseweiszn erstechen. Die Freunde des Entleibten haben Sie heftig ver-folgt. Sie haben Sich auf die Flucht begeben. Und ich habedie Ehre/ Sie auf der Flucht zu begleiten.
Der Reis- Träumt Ihr, oder raset Ihr?
Christ. Keines von beiden. Denn für einen Rasendenwäre meine Rede zu klug, und für einen Träumenden zu toll.
Der Reis. Wer hat Euch solch unsinniges Zeug weiß ge-macht?
Christ. O dafür ist gebeten, daß man mirs weiß macht.Allein finden Sie es nicht recht wohl ausgcsonncn? In derkurzen Zeit, die man mir zum Lügen ließ, hätte ich gewiß aufnichts Bcsscrs fallen können. So sind Sie doch wenigstensvor wcitrer Ncugicrigkcit sicher!
Der Reis Was soll ich mir aber aus alle dem nehmen?
Christ- Nichts mehr, als was Ihnen gefällt; das Ucbrigelassen Sie mir. Hören Sie nur, wie es zugicng. Man fragtemich nach Ihrem Namen, Stande, Batcrlandc, Verrichtungen;ich ließ mich nicht lange bitten, ich sagte alles, was ich davonwußte; das ist: ich sagte, ich wüßte nichts. Sie können leichtglauben, daß diese Nachricht sehr unzulänglich war, und daß manwenig Ursache hatte, damit zufrieden zu seyn. Man drang alsoweiter in mich; allein umsonst! Ich blieb verschwiegen, weil ichnichts zu verschweigen hatte. Doch endlich brachte mich einGeschenk, welches man mir anbot, dahin, daß ich mehr sagte,als ich wußte; das ist: ich log.
Der Reis Schurke! ich befinde mich, wie ich sehe, beyEuch in feinen Händen.
Christ. Ich will doch nimmermehr glauben, daß ich vonohngefähr die Wahrheit sollte gelogen haben?
Der Reis. Unverschämter Lügner, Ihr habt mich in eineVerwirrung gesetzt, aus der — —
Christ. Aus der Sie Sich gleich helfen können, sobaldSie das schöne Beywort, daß Sie mir jetzt zu geben beliebten,bekannter machen.