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Die Juden.
Schulzen lind den Gerichte» geschickt, ihn schließen zu lassen.Was soll denn das alles hcisscn?
Christ. O, das ist alles noch nichts, Hör Sie nur, hörSie, was er jetzt gar mit mir vor hat--
Der Reis. Za freylich, meine liebe Liscttc, ich habe michübereilt. Der Vogt ist unschuldig. Nur mein gottloser Be-dienter hat mich in diese Verdrießlichkeiten gestürzt. Er ists,der mir meine Dose entwandt hat, dcrcnwcgcn ich den Vogtim Verdacht hatte; und der Bart kann allerdings ein Kinder-spiel gewesen seyn, wie er sagte. Ich geh, ich will ihm Ge-nugthuung geben, ich will meinen Irrthum gcstchn, ich willihm, was er nur verlangen kann — —
Christ. Nein, nein, bleiben Sie! Sie müssen mir erstGenugthuung geben. Zum Henker, so rede Sie doch, Liscttc,und sage Sie, wie die Sache ist. Ich wollte, daß Sie mitZhrcr Dose am Galgen wäre! Soll ich mich dcswcgcn zumDicbc machen lassen? Hat Sie mir sie nicht geschenkt?
Lisette. Za freylich! und sie soll Ihm auch geschenkt bleiben.
Der Reis. So ist cs doch wahr? Die Dose gehört aber mir.
Lisette. Ihnen? das habe ich nicht gewußt.
Der Reis. Und also hat sie wohl Liscttc gefunden? undmeine Unachtsamkeit ist an allen den Vcrwirrungcn Schuld?(zu Christophe») Ich habe Euch auch zu viel gethan! Verzeihtmir! Ich muß mich schämen, daß ich mich so übereilen können.
Lisette. (bey Seite) Der Gcvcr! nun werde ich bald klug.O! er wird sich nicht übcrcilt haben.
Der Reis. Kommt, wir wollen — —
Ein und zwanzigster Auftritt.Der Baron. Der Reisende. Lisette. Christoph.Der Baron, (kömmt hastig herzu) Den Augenblick, Lisette,stelle dem Herrn seine Dose wieder zu! Es ist alles offenbar;er hat alles gestanden. Und du hast dich nicht geschämt, vonso einem Mcnschcn Gcschcnkc anzunehmen? Nun? wo ist die Dose ?
Der Reis. Es ist also doch wahr?--
Lisette. Der Herr hat sie lange wieder. Ich habe geglaubt,von wem Sie Dicnstc annehmen können, von dem könne ich