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Die Jude».
Das Fröul. Sind Sic etwa meinetwegen in Sorgen? Zchversichere Sic, ich werde dem Papa mit Vergnügen gehorchen.
Der Reis. Ihre Großmuth setzt mich in Erstaunen. Ausder Größe der Vergeltung, die Sic mir anbieten, erkenne icherst, wic klcin mcine Wohlthat ist. Allein, was soll ich Ih-nen antworten? Mein Bedienter hat die Unwahrheit gcrcdt,und ich —
Der Zöaron. Wollte der Himmel, daß Sie das nicht ein-mal wären, wofür er Sie ausgicbt! Wollte der Himmel, IhrStand wäre geringer, als der mcinigc! So würde doch meineVergeltung etwas kostbarer, und Sie würden vielleicht wenigerungcneigt seyn, meine Bitte Statt finden zu lassen.
Der Reis- (bey Seite) Warum entdecke ich mich auch nicht? —Mein Herr, Ihre Edclmüthigkcit durchdringct meine ganze Seele.Allein schreiben Sie es dem Schicksale, nicht mir zu, daß IhrAnerbieten vergebens ist. Zch bin--
Der Saron. Vielleicht schon vcrhcyrathet?
Der Reis. Nein--
Der Zdaron. Nun? was?
Der Reis. Zch bin ein Zude.
Der Zöaron. Ein Zude? grausamer Zufall!
Christ. Ein Zude?
Kisette. Ein Zude?
Das Fraul. Ey, was thut das?
K.isette. St! Fräulein, st! ich will rs Ihnen hernach sa-gen, was das thut.
Der Naron. So giebt es denn Fälle, wo uns der Him-mel selbst verhindert, dankbar zu seyn?
Der Reis. Sie sind es überflüßig dadurch, daß Sie esseyn wollen.
Der Baron. So will ich wenigstens so viel thun, als mirdas Schicksal zu thun erlaubt. Nehmen Sie mein ganzes Ver-mögen. Zch will lieber arm und dankbar, als reich und un-dankbar seyn.
Der Reis Auch dieses Anerbieten ist bey mir umsonst, damir der Gott meiner Väter mehr gegeben hat, als ich brauche.Zu aller Vergeltung bitte ich nichts, als daß Sic künstig von