Der Misogyn.
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valer. Was sagen Sie? Sind dieses graue Augen ?Wumsh. Za wohl graue Augen, und dabey sind sie ebenso matt, als des Lclio Augen feurig sind.-L.aura. Ze, Herr Vater —
Wumsh. Ze, Zungfcr Tochter! Schweig Sie doch! Zchweiß so wohl, daß keine Krähe der andern die Augen aus-hacken wird. Du willst gewiß, daß sie deine gelben Augenauch einmal schwarz nennen soll. Macht ihr mich nur blind! —Und diese Nase — So eine kleine stumpfe Habichtsnase hatLclio nicht. Wollt ihr das auch leugnen?
valer. Zch erstaune! —
Mumsh. Ueber deine Verblendung mußt du erstaunen. —Auch der Mund ist noch einmal so groß, als ihn Lclio hat.Was für cine aufgeworfene Lippe! Was für ein spitziges Kinn!Die rechte Schulter ist eine Hand brcit höher, als die linke! —Mit einem Worte, mein Sohn, die vorgegebene Gleichheit wareine List, dem Vater seine Einwilligung abzulocken. Und frey-lich wäre sie ein großer Punkt wider mich gewesen, wenn siesich gefunden hätte. Desto besser, daß sie sich nicht gefundenhat, und daß cs nunmchr dcsto wahrscheinlicher bleibt, daßin einem Körper, der von dem Körper des Bruders so garsehr unterschieden ist, auch eine ganz verschiedene Seele woh-nen werde. Zhr Herr Bruder, Madcmoiscll, ist ein verständi-ger junger Mensch, der meine Ursachen, warum ich unmöglichzu der Vcrhcyrathung meines Sohnes Za sagen kann, weißund billiget. Er wird mich also bestens entschuldigen, daß ichmit Zhncn so wenig Umstände mache. Zch kann mich jetztnicht länger aufhalten, sondern muß sorgen, daß ich mit Lean-dern je eher je lieber richtig werde. Dn, Laura, halte dich ge-faßt! Zch kann dir sie nnnmchr nicht mitgeben, Valer; ichkann hicr mcincn Proceß mit ihr gewinnen, und das geht vor.
L.aura. Laß dich nicht irre machen, Bruder, ich reise ge-wiß mit. Zhr Proceß ist vcrlorcn, wcnn Sie ihn durch michgewinnen sollen.
;Vumsh. Spare dein Widersprechen für deinen Mann.
(geht ab.)