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Der Freygeist^
gcrsohnc zu haben. Freylich ist Er seit dem groß gewachsen;Er ist ans Reisen gewesen; Er hat Land und Leute gesehen.Aber, daß Er so gar sehr verändert würde wiedergekommen seyn,das hätte ich mir nicht träumen lassen. Da geht Er nun, und
spintisirt von dem, was ist--und was nicht ist,--von
dem, was seyn könnte, und wenn es seyn könnte, warum eswieder nicht seyn könnte; — — von der Nothwendigkeit, derhalben und ganzen, der nothwendigen Nothwendigkeit, und dernicht nothwendigen Nothwendigkeit; — — von den A — A--wie heißen die kleinen Dingerchen, die so in den Son-nenstrahlen herumfliegen? — — von den A — A — — Sagedoch, Adrast--
Adrast. Von den Atomis, wollen Sie agcn.
Ä.isidor. Za, ja, von den Atomis, von den Atomis. Soheißen sie, weil man ihrer ein ganz Tausend mit Einem Athemhinunter schlucken kann.
Adrast. Ha! ha! ha!
Aisidor. Er lacht, Adrast? Za, mein gutes Bürschchcn,du mußt nicht glauben, daß ich von den Sachen ganz und garnichts verstehe. Ich habe euch, Zhn und den Theophan, ja oftgenug darüber zanken hören. Ich behalte mir das Beste. Wennihr euch in den Haaren liegt, so fische ich im Trüben. Da fälltmanche Brocke ab, die keiner von euch brauchen kann, und dieist für mich. Zhr dürft deswegen nicht neidisch aus mich seyn;denn ich bcrcichrc mich nicht von einem allein. Das nehmeich von dir, mein lieber Adrast; und das vom Theophan; undaus allen dem mache ich mir hernach ein Ganzes — —
ASrast. Das vortrefflich ungeheuer seyn muß.
Susidor. Wie so?
Adrast. Sie verbinden Tag und Nacht, wenn Sie meinemit Thcophans Gedanken verbinden.
S.isidor. Je nu! so wird eine angenehme Dcmmcrung dar-aus. — — Und überhaupt ist es nicht einmal wahr, daß ihrso sehr von einander unterschieden wäret. Einbildungen! Ein-bildungen! Wie viclmal habe ich nicht allen beiden zugleichRecht gegeben? Zch bin es nur allzuwohl überzeugt, daß alleehrliche Leute einerley glauben.