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5cr Freygeist.
Fünfter Auftritt.
Johann. Adrast-Johann. Zst cr fort?
Adrast. Was hast du mir denn zu sagen? Zeh wette, esist cinc Kleinigkeit; und der Alte wird sich einbilden, daß esHalssachcn sind.
Johann. Eine Kleinigkeit? — — Mit Einem Worte,Herr Adrast, wir sind verloren. Und Sie konnten verlangen,daß ich es in Gegenwart des Lisidors sagen sollte?
Adrast. Verloren? Und wie denn? Erkläre dich.
Johann. Was ist da zu erklären? Kurz, wir sind ver-loren. — — Aber so unvorsichtig hätte ich mir Sie doch nim-mermehr eingebildet, daß Sie es sogar ihren künftigen Schwie-gervater wollten hören lassen — —
Adrast. So laß mich es nur hören — —
Johann. Wahrhaftig, cr hätte die Lust auf einmal ver-lieren können, es jemals zu werden. — — So ein Streich!
Adrast. Nun? was denn für ein Streich? Wie langewirst du mich noch martern?
Iohann. Ein ganz verdammter Streich. — Za, ja!wenn der Bediente nicht oft behutsamer wäre, als der Herr:es würden artige Dinge herauskommen.
Adrast. Nichtswürdigcr Schlingel--
Johann. 'Ho, ho! ist das mein Dank? Wenn ich esdoch nur gesagt hätte, wie der Alte da war. Wir hätten wol-len sehen! wir hätten wollen sehen —
Adrast. Das dich dieser und jener--
Johann. Ha, ha! nach dem Diesen und Jenen wird nichtmehr gefragt. Ich weiß doch wohl, daß Sie den Teufel meynen,und daß keiner ist. Ich müßte wenig von Ihnen gelernt haben,wenn ich nicht der ganzen Hölle ein Schnippchen schlagen wollte.
Adrast. Zch glaube, du spielst den Freygeist? Ein ehrli-cher Mann möchte einen Ekel davor bekommen, wenn cr sieht,daß cs ein jeder Lumpenhund seyn will.--Aber ich ver-biete dir nunmehr, mir ein Wort zu sagen. Zch weiß doch,daß es nichts ist.