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1 (1838)
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Tcr Freygeist.

Adrast. Das kann ich nicht; die Summe ist zu groß.

Johann. O! ich sagte auch nur so. Sie sinnen?

Adrast. Doch wer weiß auch, ob er ausdrücklich meinet-wegen hergekommen ist. Er kann andre Geschaffte haben.

Johann. Zc im! so wird er das Geschaffte mit Ihnen sobeyher treiben. Wir sind doch immer geklatscht.

Adrast. Du hast Recht. --Ich möchte rasend werden,

wenn ich an alle die Streiche gedenke, die mir ein ungerech-tes Schicksal zu spielen nicht aufhört. Doch wider wen murreich? Wider ein taubes Ohngcfähr? Wider einen blinden Zufall,der uns ohne Absicht und ohne Norsatz schwer fällt? Ha! nichts-würdigcs Leben!

Johann. O! lassen Sie mir das Leben ungcschimpft. Soeiner Kleinigkeit wegen sich mit ihm zu überwerfen, das wärewas gescheutes!

Adrast. So rathe mir doch, wenn du es für eine Kleinig-keit ansiehst.

Johann. Fällt Ihnen im Ernste kein Mittel ein?Bald werde ich Sie gar nicht mehr für den großen Geist hal-ten, für den ich Sie doch, immer gehalten habe. Fortgehenwolle» Sie nicht; bezahlen können Sie nicht: was ist denn»och übrig?

Adrast. Mich ausklagen zu lassen.

Johann. O pfuy! Worauf ich gleich zuerst fallen würde,wenn ich auch bezahlen könnte--

Adrast. Und was ist denn das?

Johann. Schwöre» Sie dc» Bettel ab.

Adrast. (mit einer bitter» Verachtung) Schurke!

Johann. Wie? Was bin ich? So eine» brüderliche»Rath---

Adrast. Za wohl ei» brüderlicher Rath, dc» du »ur dei-ne» Brüdern, Leute» deines gleiche», geben solltest.

Johann. Sind Sie Adrast? Ich habe Sie wohl niemalsüber das Schwören spotten höre» ?

Adrast. Ueber das Schwöre», als Schwöre», »icht aberals ci»c bloße Bcthcurung seines Wortes. Diese muß einemehrliche» Mamic heilig sey», und wc»» auch weder Gott »och