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1 (1838)
Entstehung
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401
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Der Freygeist.

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Strafe ist. Ich würde mich ewig schämen, meine Unterschriftgeleugnet zu haben, und ohne Verachtung meiner selbst, niemehr meinen Namen schreiben können.

Johann. Aberglauben über Aberglauben! Zu einer Thürehaben Sie ihn herausgejagt, und zu der andern lassen Sie ihnwieder herein.

Adrast. Schweig! ich mag dein lästerliches Geschwätze nichtanhören. Ich will Araspcn aufsuchen. Zch will ihm Vorstel-lungen thun; ich will ihm von meiner Hcyrath sagen; ich will

ihm Zinsen über Zinsen versprechen.--Zch treffe ihn doch

wohl noch in dem PostHause?

Johann. Vielleicht.--Da geht er, der barmherzige

Schlucker. Das Maul ist groß genug an ihm; aber wenn esdazu kömmt, daß er das, was er glaubt, mit Thaten beweisensoll, da zittert das alte Weib! Wohl dem, der nach seiner Ue-berzeugung auch leben kann! So hat er doch noch etwas davon.Zch sollte an seiner Stelle seyn. Doch, ich muß nur se-hen, wo er bleibt.

Zweyter Aufzug.

Erster Austritt.

Juliane. Henriette. Lisette.K.isette. Vor allen Dingen, meine lieben Mamsells, eheich Zhrc kleine Streitigkeit schlichte, lassen Sie uns ausmachen,welcher von Zhncn ich heute zugchörc. Sie wissen wohl, ZhrcHerrschaft über mich ist umzcchig. Denn weil es unmöglichseyn soll, zweyen Herren zu dienen, so hat Zhr wohlwciscr

Papa--neigen Sie Sich, Mamsells, neigen Sie Sich!--

so hat, sage ich, Zhr wohlwciscr Papa wohlbedächtig mich da-mit verschonen wollcn, das Unmögliche möglich zu machen.Er hat jede von Zhnen einen Tag um den andern zu meinerhauptsächlichen Gebicthcrinn gemacht; so daß ich den einen Tagder sanften Zulianc ehrbares Mädchen, und den andern dermuntern Hcnricttc wilde Lisette seyn muß. Aber jetzt, seit demdie fremden Herren im Hause sind

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