Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
402
Einzelbild herunterladen
 

402

Der Freygeist.

-Henrierte. Unsre Anbeter mcynst du

Aisettc. Za, ja! Ihre Anbeter, welche bald Ihre hochbefch-

lcndcn Ehcmänncr seyn werden--Seit dem, sage ich, diese

im Hanse sind, geht alles drüber lind drunter; ich werde auseiner Hand in die andre geschmissen; und ach! unsre schöneOrdnung liegt mit dem Nähzcugc, das Sie seit eben der Zeitnicht angesehen haben, unterm Nachttische. Hervor wieder da-mit! Zch muß wissen woran ich mit Ihnen bin, wenn ich einunpartcyischcs Urtheil fällen soll.

-Henriecre. Das wollen wir bald ausrechnen.--Du

besinnst dich doch wohl auf den letzten Fcycrtag, da dich meineSchwester mit in die Nachmittagsprcdigt schleppte, so gerne duauch mit mir auf unser Vorwerk gefahren wärest? Du warstdamals sehr strenge, Juliane!---

Juliane- Zch habe doch wohl nicht einer ehrlichen Seeleeinen vergeblichen Weg nach ihr hinaus gemacht?

-Henriette. Lisctte--

^.isctte. Stille, Mamsell Henricttc! nicht aus der Schulegeschwatzt, oder--

-Henriette. Mädchen drohe nicht! Du weißt wohl, ichhabe ein gut Gewissen.

Aisene. Zch auch.--Doch lassen Sie uns nicht das

hnndcrtste ins tausendste schwatzen.--Recht! an den Fcycr-tag will ich gedenken! Er war der letzte in nnsrcr Ordnung;denn noch den Abend kam Thcophan an.

-Henriette. Und also, mit Erlaubniß mcincr Schwester, bistdu heute meine.

Juliane. Ohne Widcrrcdc.

Aisette. Zuchhey! Mamscllchcn. Zch bin also hcutc Zhrc.Zuchhey!

Juliane. Zst das dein Lösungswort unter ihrcr Fahne?

-Susene. Ohne wcitrc Umstände; erzählen Sie mir nun-mehr Zhrc Streitigkeit.--Unterdessen lege ich mein Ge-sicht in richterliche Falten.

Juliane- Streitigkeit? Eine wichtige Streitigkeit? Zhr seydbeide Schäkerinnen. Ich will nichts mehr davon hören.

Henrictte. So? Du willst keinen Richter erkennen? Ein