Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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Der Freygeist.

besitzen, den Sie mir beylegten, wenn ich mich so gar gewaltig

irren sollte.--

Theophan. (unruhig und zerstreut) Aber wo bleibt er denn?Kriselte. Mein Verstand? Wo er will. So viel istgewiß, daß Adrast bey Hcnricttcn ziemlich schlecht steht, so sehrsie sich auch nach seiner Weise zu richten scheint. Sie kannalles leiden, nur gering geschätzt zu werden, kann sie nicht lei-den. Sie weiß es allzuwohl, für was uns Adrast ansieht: fürnichts, als Geschöpfchcn, die aus keiner andern Absicht da sind,als den Männern ein Vergnügen zu machen. Und das ist dochsehr nichtswürdig gedacht! Aber da kann man sehen, in wasfür gottlose Irrthümer die ungläubigen Leute verfallen.Nu? Hören Sie mir nicht mehr zu, Herr Theophan? Wie sozerstreut? wie so unruhig?

Theophan. Ich weiß nicht, wo mein Vetter bleibt?--

K.isette. Er wird ja wohl kommen.Theophan. Zch muß ihm wirklich nur wieder entgegengehn.--Adieu, Liscttc!

Vierter Austritt.Lisette.

Das heiße ich kurz abgebrochen! Er wird doch nicht ver-drießlich geworden seyn, daß ich ihm ein wenig auf den Zahnfühlte? Das brave Männchen! Zch will nur gerne sehen, wasnoch daraus werden wird. Zch gönne ihm wirklich alles Gu-tes, und wenn es nach mir gehen sollte, so wüßte ich schon,was ich thäte. (indem sie sich umsieht) Wer kömmt denn daden Gang hervor? Sind die es? Ein Paar allerliebsteSchlingel! Adrasts Zohann, und Thcovhans Martin: die wah-ren Bilder ihrer Herren, von der häßlichen Seite! Aus Frcy-gcistcrcy ist jener ein Spitzbube; und aus Frömmigkeit dieserein Dummkopf. Zch muß mir doch die Lust machen, sie zubehorchen, (sie tritt zurück)

Fünfter Auftritt.Lisette, halb versteckt hinter einer Scene. Johann. Martin.Iohann. Was ich dir sage!

Martin. Du mußt mich für sehr dumm ansehen. Dein