412 Der Freygeist
Martin. Den Esel laß immer weg, wenn ich dir antwor-ten soll, wie du gerne willst. — Aber, warum fragst du das?
Johann. Weil ich selbst ein Atheist bin; das ist, ein star-ker Geist, wie es jeder ehrliche Kerl nach der Mode seyn muß.Du sprichst, ein Atheist brenne lebendig in der Hölle. Nun!rieche einmal: riechst du einen Brand an mir?
Martin. Darum eben bist du keiner.
Johann. Ich wäre keiner? Thue mir nicht die Schandean, daran zu zweifeln, oder — — Doch wahrhastig, das Mit-leiden verhindert mich, böse zu werden. Du bist zu beklagen,armer Schelm!
Martin. Arm? Laß einmal sehen, wer die vergangeneWoche das meiste Trinkgeld gekriegt hat. (er greift in die Tasche)Du bist ein lüdcrlichcr Teufel, du versäufst alles--
Johann. Laß stecken! Ich rede von einer ganz andern Ar-muth, von der Armuth des Geistes, der sich mit lauter elendenBrocken des Aberglaubens ernähren, und mit lauter armseligenLumpen der Dummheit kleiden muß. — Aber so geht es euchLeuten, die ihr nicht, weiter, als höchstens vier Meilen hinterden Backofen kommt. Wenn du gcrcisct wärest, wie ich--
Martin, Gereist bist du? Laß hören, wo bist du gewesen?
Johann. Ich bin gewesen — in Frankreich — —
Martin. Zn Frankreich ? Mit deinem Herrn?
Johann. Za, mein Herr war mit.
Martin. Das ist das Land, wo die Franzosen wohnen?— So wie ich einmal einen gesehen habe, — das war eineschnurrige Kröte! In einem Augenblicke konnte er sich siebenmalauf dem Absätze herum drehen; und dazu pfcipfcn.
Johann. Za, es giebt große Geister unter ihnen! Ich binda erst recht klug geworden.
Martin. Haft du denn auch Frankrcichsch gelernt?
Johann. Französisch, willst du sagen: — vollkommen.
Martin. O! rede einmal.'
Johann. Das will ich wohl thun.--Quelle Iiouro
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