Der Freygeist.
439
Henn'ette- Bravo! die Sccnc muß ich dc» Thcophan un-terbrechen lassen. -- — — (geht ab.)
Fünfter Auftritt.Juliane. Adrast.
Adrast (indem er gählmg aufsteht) Wer sprach hier?
Juliane. Himmel! es war Hcnricttcns Stimme.
Adrast. Ja, sie war es. Was für eine Ncngicrdc! wasfür ein Vorwitz! Nein, nein! ich habe nichts zu wicdcrrufcn;sie hat alle die Fehler, die ich ihr beygelegt, und noch weit meh-rere. Ich könnte sie nicht lieben, und wenn ich auch schon voll-kommen frey, vollkommen gleichgültig gegen eine jede andere wäre.
Juliane- Was für Verdruß, Adrast, werden Sie mir zuziehen!
Adrast. Sorgen Sie nicht! Ich werde Ihnen allen diesenVerdruß durch meine plötzliche Entfernung zu ersparen wissen.
Juliane. Durch Ihre Entfernung?
Adrast. Ja, sie ist fest beschlossen. Meine Umstände sindvon der Beschaffenheit, daß ich die Güte Lisidors mißbrauchenwürde, wenn ich länger bliebe. Und über dieses will ich liebermeinen Abschied nehmen, als ihn bekommen.
Juliane- Sie überlegen nicht, was Sie sagen, Adrast.Von wem sollten Sie ihn bekommen?
Adrast. Ich kenne die Väter, schönste Znliane, und kenneauch die Thcophane. Erlauben Sie, daß ich mich nicht nähererklären darf. Ach! wenn ich mir schmeicheln könnte, daß Ju-liane --Ich sage nichts weiter. Ich will mir mit keiner
Unmöglichkeit schmeicheln. Nein, Juliane kann den Adrast nichtlieben; sie muß ihn hasse». — —
Juliane. Ich hasse niemanden, Adrast. —
Adrast- Sie hassen mich; denn hier ist Hassen eben das,
was Nicht lieben ist. Sie lieben den Theophan.--Ha!
hier kömmt er selbst.
Sechster Auftritt.Theophan. Adrast. Juliane.Juliane, (bey Seile) Was wird er sagen ? was werde ichantworten?