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1 (1838)
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Der Freygeist.

Adrast. Ich kann mir es einbilden, ans wessen AnstiftenSie herkommen. Aber was glaubt sie damit zu gewinnen? Michzu verwirren ? mich wieder an sich zu ziehen? Wie wohlläßt cs Zhnen, Theophan, und Ihrem ehrwürdigen Charakter,das Werkzeug einer weiblichen Eifersucht zu seyn! Oder kommenSie gar, mich zur Rede zu setzen? Ich werde Ihnen alles ge-stehen; ich werde noch stolz darauf seyn.--

Theophan. Wovon reden Sie, Adrast? Zch verstehekein Wort.

Juliane. Erlauben Sie, daß ich mich entferne. Theophan,ich schmeichle mir, daß Sie einige Hochachtung für mich haben;Sie werden keine ungerechte Auslegungen machen, und wenig-stens glauben, daß ich meine Pflicht kenne, und daß sie mirzu heilig ist, sie auch nur in Gedanken zu verletzen.

Theophan. Verziehen Sie doch. Was sollen diese Reden?Ich verstehe Sie so wenig, als ich den Adrast verstanden habe.

Juliane. Es ist mir lieb, daß Sie ans einer unschuldigenKleinigkeit nichts machen wollen. Aber lassen Sie mich

(gcht ab.)

Siebender Austritt.Adrast. Theophan.Theophan. Ihre Geliebte, Adrast, schickte mich hierher:Zch würde hier nöthig seyn, sagte sie. Zch eile, und bekommelauter Räthsel zu hören.

Adrast. Meine Geliebte? E»! wie fein babcn Siedieses angebracht! Gewiß, Sie konnten Zhre Vorwürfe nichtkürzer fassen.

Theophan. Meine Vorwürfe? Was habe ich Zhncn dennvorzuwerfen?

Adrast. Wollen Sie etwa die Bestätigung aus meinemMunde hören?

Theophan. Sagen Sie mir nur, was Sie bestätigenwollen? Zch stehe ganz erstaunt hier.--

Adrast. Das gcht zu weit. Welche kriechende Verstellung!Doch damit sie Ihnen endlich nicht zu sauer wird, so will ichSie mit Gewalt zwingen, sie abzulegen. Ja, es ist