Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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450
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Der Freygeist.

kostbarer ist, als das Leben: das Herz meiner Juliane; einRaub, den er nicht ersetzen kann, und wenn er sich mir zu ei-gen schenkte. Doch er will ihn nicht ersetzen; ich dichte ihmnoch eine zu gute Meynung an.

Dritter Auftritt.Tyeopyan, Adrast.Theophan. Zn welcher heftigen Bewegung treffe ich Sieabcrmal, Adrast?

Adrast. Sie ist Zhr Werk.

SLHeophan. So muß sie eines von denen Werken seyn,die wir alsdann Wider unsern Willen hervorbringen, wenn wiruns am meisten nach ihrem Gegentheile bestreben. Ich wünschenichts, als Sie ruhig zu sehen, damit Sie mit kaltem Blutevon einer Sache mit mir reden könnten, die uns beide nichtnäher angehen kann.

Adrast. Nicht wahr, Theophan? es ist der höchste Gradder List, wenn man alle seine Streiche so zu spielen weiß, daßdie, denen man sie spielt, selbst nicht wissen, ob und was fürVorwürfe sie uns machen sollen?

iLheophan. Ohne Zweifel.

Adrast. Wünschen Sie Sich Glück: Sie haben diesenGrad erreicht.

Theophan, Was soll das wieder?

Adrast. Ich versprach Ihnen vorhin, die bewußten Wech-sel zu bezahlen (spöttisch) Sie werden es nicht übel nehmen,es kann nunmehr nicht seyn. Ich will Ihnen, an statt derzerrissenen, andere Wechsel schreiben.

Theophan. (in eben dem Tone) Es ist wahr, ich habe siein keiner andern Absicht zerrissen, als neue von Ihnen zu be-kommen.

Adrast. Es mag Ihre Absicht gewesen seyn, oder nicht:Sie sollen sie haben. Wollten Sie aber nicht etwa gern er-fahren, warum ich sie nunmehr nicht bezahlen kann?

Theophan. Nun?

Adrast. Weil ich die Bürgschaften nicht liebe.Theophan. Die Bürgschaften?