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1 (1838)
Entstehung
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453
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Der Freygeist. 453

Sie sind.--Nun wohl! so will ich, ich will es Ih-nen sagen, daß Sie Juliane liebt.

Adrast. Was sagen Sie?---Doch fast hätte ich über

das Entzückende dieser Versicherung vergessen, aus wessen Mundeich sie höre. Recht so! Thcophan, recht so! Man muß überseine Feinde spotten. Aber wollen Sie, diese Spöttercy voll-kommen zu machen, mich nicht auch versichern, daß Sie Julia-nen nicht lieben?

Thcophan. (verdrießlich) Es ist unmöglich, mit Ihnen einvernünftiges Wort zu sprechen, (er will weggehen.)

Adrast. (bey Seile) Er wird zornig? Warten Sie doch,Thcophan. Wissen Sie, daß die erste aufgebrachte Miene, dieich endlich von Ihnen sehe, mich begierig macht, dieses vernünf-tige Wort zu hören?

Thcophan. (zornig) Und wissen Sie, daß ich endlich Ihresschimpflichen Betragens übcrdrüßig bin?

Adrast. (bey Seile) Er macht Ernst.

Thcophan. (noch zornig) Ich will mich bestreben, daß Sieden Thcophan so finden sollen, als Sic ihn Sich vorstcllcn.

Adrast Verzeihen Sic. Ich glaube in Ihrem Trotze mehrAufrichtigkeit zu schcn, als ich jemals in Ihrer Freundlichkeitgesehen habe.

Thcophan. Wunderbarer Mensch! Muß man sich Ihnengleich stellen, muß man eben so stolz, eben so argwöhnisch, cbcnso grob seyn, als Sic, um Ihr elendes Vertrauen zu gewinnen ?

Adrast, Ich werde Ihnen diese Sprache, ihrer Neuheitwegen, vergeben müssen.

Thcophan. Sic soll Zhncn alt gcnug wcrdcn!

Adrast. Aber in dcr That--Sic machcn mich vol-lends verwirrt. Müssen Sie mir Dinge, worauf alle meinWohl ankömmt, mit einem fröhlichen Gesichte sagen? Ich bitteSic, sagcn Sic cs jctzt noch einmal, was ich vorhin für eineSpöttercy aufnehmen mußte.

Thcophan, Wcnn ich cs sage, glauben Sic nur nicht,daß cs um Zhrct Willen geschieht.

Adrast. Desto mehr werde ich mich darauf verlassen.