Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
456
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466 Der Freygeist.

Theophan. Gleich jetzo?

Adrast. (bey Seite) Nun habe ich ihn! Za, gleich jetzo.

Theophan. Wollten Sie aber auch wohl eben diesen Schrittthun? Wollten auch Sie dem Lisidor wohl sagen, daß SieHenriettcn nicht liebten?

Adrast. Zch brenne vor Verlangen.

Theophan. Und daß Sie Julianen liebten?

Adrast. Zweifeln Sie?

Theophan. Nun wohl! so kommen Sie.

Adrast- (bey Seite) Er will?

Theophan. Nur geschwind!

Adrast- Uebcrlcgen Sie es recht.

Theophan. Und was soll ich denn noch überlegen?

Adrast. Noch ist es Zeit.--

Theophan. Sie halten Sich selbst auf. Nur fort!(indem er voran gehen will) Sie bleiben zurück? Sie stehen in Ge-danken? Sie sehen mich mit einem Auge an, das Erstaunenverräth? Was soll das?

Adrast. (nach einer kleinen Pause) Theophan!--

Theophan. Nun?--bin ich nicht bereit?

Adrast. (gcrnhrt) Theophan!--Sie sind doch wohl

ein ehrlicher Mann.

Theophan. Wie kommen Sie jetzt darauf?

Adrast. Wie ich jetzt darauf komme? Kann ich einenstärker» Beweis verlangen, daß Ihnen mein Glück nicht gleich-gültig ist?

Theophan. Sie erkennen dieses sehr spät aber Sieerkennen es doch noch. Liebster Adrast, ich muß Sieumarmen

Adrast. Zch schäme mich--lassen Sie mich allein;

ich will Ihnen bald folgen.---

Theophan. Zch werde Sie nicht allein lassen. Ist esmöglich, daß ich Zhren Abscheu gegen mich überwunden habe?daß ich ihn durch eine Aufopferung überwunden habe, die mirso wenig kostet? Ach! Adrast, Sie wissen noch nicht, wie ei-gennützig ich dabey bin, ich werde vielleicht alle Ihre Hochach-tung dadurch wieder verlieren:--ich liebe Henriettcn.