Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
458
Einzelbild herunterladen
 

468

Der Freygeist.

sten von dem besten zu fressen, oder, ob der Esel so ein Eselseyn muß, daß er lieber verhungert?--

ASrast. Auch daran ist nicht gedacht worden. Wir bc-schäsftigtcn uns mit einer Sache, bey der das Vornehmste nun-mehr auf Sie ankömmt.

LMdor. Auf mich?

Theophan. Auf Sie, der Sie unser ganzes Glück in Hän-den haben.

A-isidor. O! ihr werdet mir einen Gefallen thun, wennihr es so geschwind, als möglich, in Eure eignen Hände nehmt.ihr mcynt doch wohl das Glück in Fischbcinröcken? Schonlange habe ich es selber nicht mehr gern behalten wollen, dennder Mensch ist ein Mensch, und eine Jungfer eine Zungfer;und Glück und Glas wie bald bricht das!

iLheopban- Wir werden Zeit Lebens nicht dankbar genugseyn können, daß Sie uns einer so nahen Verbindung gcwür-digct haben. Allein es stößt sich noch an eine sehr große Schwie-rigkeit.

A.if,dor. Was?

Avrast. An eine Schwierigkeit, die unmöglich voraus zusehen war.

Susidor. Nu?

Theophan und Adrast. Wir müssen Ihnen gestehenS.isiSor. Alle beide zugleich? Was wird das seyn? Ichmuß euch ordentlich vernehmen. Was gestehen Sie,

Thcophan?--

Theophan. Ich muß Zhncn gestehen, daß ich Julia-nen nicht liebe.

A.islöor. Nicht liebe? habe ich recht gehört? Und wasist denn Zhr Geständniß, Adrast?--

Adrast. Ich muß Zhncn gestehen, daß ich Hcn-rietten nicht liebe.

Susidor. Nicht liebe? Sie nicht lieben, und Sie nichtlieben; das kann unmöglich seyn! Zhr Streitköpfe, die ihrnoch nie einig gewesen seyd, solltet jctzo zum erstenmale einigseyn, da es darauf ankömmt, mir den Stul vor die Thüre zusetzen?--Ach! ihr scherzt; nun merke ichs erst.