460 Der Freygeist.
Sechster Auftritt.
Lisidor. Theophan. Adrast.
lisidor. Ihr habt mich auf einmal ganz verwirrt gemacht.Doch mir Geduld, ich will das Ding schon wieder in seineWege bringen. Das wäre mir gelegen, wenn ich mir ein Paarandre Schwiegersöhne suchen müßte! Ihr wäret mir gleich sorecht, und so ein Paar bekomme ich nicht wieder zusammen,wenn ich mir sie auch bestellen ließe.
Adrast. Sie Sich andre Schwiegersöhne suchen? - —Was für ein Unglück drohen Sie uns?
lisidor. Ihr wollt doch wohl nicht die Mädel hcyrathcn,ohne sie zu lieben? Da bin ich auch euer Diener.
Theophan. Ohne sie zu lieben?
Adrast. Wer sagt das?
Atsidor. Was habt ihr denn sonst gesagt?
Adrast. Zch bete Julianen an.
lisidor. Julianen?
Theophan. Zch liebe Heimelten mehr, als mich selbst.
Lisidor. Hcnricttcn? — Uph! Wird mir doch auf einmalganz wieder leichte. — Ist das der Knoten? Also ist es wei-ter nichts, als daß sich einer in des andern seine Liebste ver-liebt hat? Also wäre der ganze Plunder mit einem Tausche gutzu machen?
Theophan. Wie gütig sind Sie, Lisidor!
Adrast. Sie erlauben uns also--
lisidor. Was will ich thun? Es ist doch immer besser,ihr tauscht vor der Hochzeit, als, daß ihr nach der Hochzeittauscht. Wenn es meine Töchter zufrieden sind, ich bin eszufrieden.
Adrast. Wir schmeicheln uns, daß sie es seyn werden. —— Aber bey der Liebe, Lisidor, die Sie gegen uns zeigen,kann ich unmöglich anders, ich muß Ihnen noch ein Geständ-nis? thun.
lisidor. Noch eins?
Adrast. Zch würde nicht rechtschaffen handeln, wenn ichIhnen meine Umstände verhehlte.