Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
461
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Der Freygeist.S.isisor. Was für Umstände?

Adrast. Mein Vermögen ist so geschmolzen, daß ich, wennich alle meine Schulden bezahle, nichts übrig behalte.

F-isidor. O! schweig doch davon. Habe ich schon nach dei-nem Vermögen gefragt? Ich weiß so wohl, daß du ein lockrerZeisig gewesen bist, und alles durchgcbracht hast; aber eben deß-wegen will ich dir eine Tochter geben, damit du doch wiederetwas hast.--Nur stille I da sind sie;-laßt mich machen.

Siebender Auftritt.Juliane. Henriette. Lisette. Lisidor. Theophan. Adrast.

lisette. Hier bringe ich sie, Herr Lisidor. Wir sind höchst-bcgicrig, zu wissen, was Sie zu befehlen haben.

Ä.isidor. Seht freundlich aus, Mädchens! ich will euchetwas Fröhliches melden: Morgen solls richtig werden. Machteuch gcfaßtl

S.isette. Was soll richtig werden ?

Aisidor. Für dich wird nichts mit richtig. Lustig, Mäd-chens! Hochzeit! Hochzeit! Nn? Zhr seht ja so barmherzigaus? Was fehlt dir, Juliane?

Juliane. Sie sollen mich allezeit gehorsam finden; abernur dicsesmal muß ich Ihnen vorstellen, daß Sie mich überei-len würden.--Himmel! morgen?

L-isidor. Und du, Henriette?

-Henriette. Ich, lieber Herr Vater? ich werde morgen krankseyn, todsterbenskrank!

Kusidor. Verschieb es immer bis übermorgen.

-Henriette. Es kann nicht seyn. Adrast weiß meine Ursachen.

Adrast. Ich weiß, schönste Henriette, daß Sie mich hassen.

Theophan. Und Sie, liebste Juliane, Sie wollen gehor-sam seyn?--Wie nahe scheine ich meinem Glücke zu seyn,

und wie weit bin ich vielleicht noch davon entfernt! Mitwas für einem Gesichte soll ich cs Ihnen sagen, daß ich derEhre Ihrer Hand unwcrth bin? daß ich mir bey aller der Hoch-achtung, iie ich für eine so vollkommene Person hegen muß,doch nicht getraue, dasjenige für Sie zu empfinden, was ich nurfür eine einzige Person in der Welt empfinden will.