Der Schatz.
467
Sraleno. Ist es wohl so die Hälfte von Seinem Vermö-gen, was das Mädchen mitkriegt?
Leander. Die Hälfte? Nein, das ist es nicht.Sraleno. Das Drittel?Leander. Auch wohl nicht.Sraleno. Das Viertel doch?Leander. Schwerlich.
Sraleno. Nu? das Achtel muß es doch wohl seyn? Als-dann wären es ein Paar tausend Thälcrchcn, die beym Anfangeeiner Wirthschaft mir allzubald weg sind.
Z.eanSer. Ich habe Ihnen schon gesagt, daß es nicht vielist, gar nicht viel.
Sraleno. Aber nicht viel ist doch etwas. Wie viel denn?
Ständer. Wenig, Herr Vormund.
Sraleno. Wie wcnig denn?
Leander. Wenig — — Sie wissen ja selbst, was manwenig nennt.
Sraleno. Nur heraus mit der Sprache! Das Kind mußdoch einen Namen haben. Drücke Er doch das Wenige mitZahlen aus.
Leander. Das Wenige, Herr Stalcno, ist — — istgar nichts.
Sraleno. Gar nichts? Za nun! da hat Er recht; garnichts, ist wcnig genug. — — Aber im Ernste, Leander: schämtEr Sich nicht, auf so eine Thorheit zu fallen, ein Mädchen sichzur Frau auszusehen, die nichts hat?
Leander. Was sagen Sie? Nichts hat? Sie hat alles, waszil einer vollkommenen Frau gehört; nur kein Geld hat sie nicht.
Sraleno. Das ist, sie hat alles, was eine vollkommeneFrau machen könnte, wenn sie nur noch das hätte, was eine
vollkommene Frau macht.--Stille davon! Ich muß besser
einsehen, was Ihm gut ist.---Aber darf man denn wis-sen, wer diese schöne, liebenswürdige, galante Bettlerinn ist?wie sie heißt? —
Leander. Sie versündigen Sich, Herr Staleno. Wennes nach Verdiensten gicngc, so würden wir alle arm, und dieseBettlerinn würde allein reich seyn.
30°