Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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468
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?er Sch.iv-

Sraleno- So sage Er mir ihren Namen, damit ich sieanders nennen kann.Leander. Kamilla.

Smleno. Kamilla? Doch wohl nicht die Schwester deslüdcrlichcn Lclio?

Leander. Eben die. Ihr Vater soll der rechtschaffensteMann von der Welt seyn.

Smleno. Seyn, oder gewesen seyn. Es sind mm bereitsneun Zahrc, daß er von hier wcgrcisctc; und schon seit vierZahren hat man nicht die geringste Nachricht von ihm. Werweiß, wo er modert, der gute Ansclmus! ES ist für ihn aucheben so gut. Denn wenn er wieder kommen sollte, und solltesehen, wie es mit seiner Familie stünde, so müßte er sich dochzu Tode grämen.

Leander. So haben Sie ihn wohl gekannt?

Smleno. Was sollte ich nicht? Er war mein Herzensfreund.

Leander. Und Sie wollen gegen seine Tochter so grausamseyn? Sie wollen mich verhindern, sie wieder in Umstände zusetzen, die ihrer würdig sind?

Smleno. Leander, wenn Er mein Sohn wäre, so wollteich nicht ein Wort dawider reden; aber so ist Er nur,, meinMündel. Seine Neigung könnte sich in reifern Zahren ändern,und wenn Er alsdann das schöne Gesicht satt wäre, dem derbeste Nachdruck fehlt, so würde alle Schuld auf mich fallen.

Leander. Wie? meine Neigung sollte sich ändern? ichsollte aufhören, Kamillen zu lieben? ich sollte--

Smleno. Er soll warten, bis Er Sein eigner Herr wird;alsdann kann Er machen, was Er will. Za, wenn das Mäd-chen noch in den Umständen wäre, in welchen sie ihr Vaterverließ; wenn ihr Bruder nicht alles durchgcbracht hätte; wennder alte Philto, dem Ansclmus die Aufsicht über seine Kinderanvertraute, nicht ein alter Bctricgcr gewesen wäre: gewiß, ichwollte selbst mein Möglichstes thun, daß kein andrer, als Er,die Kamilla bekommen sollte. Aber, da das nicht ist, so habeich nichts damit zu schaffen. Gehe Er nach Hause.

Leander. Aber, liebster Herr Stalcno,

Smleno. Er bringt Seine Schmeichele») zu unnützen Ko-