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Minna von Barnhelm.
v. Tellheim. Genug, mein Freund. Den Namen Eu-rer Herrschast wollte ich wissen; aber nicht ihre Geheimnisse.Geht nur!
Der Bediente- Kammerad, das wäre kein Herr für mich!
Zehnter Auftritt.
v. Tellheim. Just.
v. Tellheim. Mache, Zust, mache, daß wir aus diesemHause kommen! Die Höflichkeit der fremden Dame ist mir em-pfindlicher, als die Grobheit des Wirths. Hier nimm diesenRing, die einzige Kostbarkeit, die mir übrig ist; von der ichnie geglaubt hätte, einen solchen Gebrauch zu machen! — Ver-setze ihn! laß dir achtzig Fricdrichdor darauf geben; die Rech-nung des Wirths kann keine dreyßig betragen. Bezahle ihn,und räume meine Sachen — Za, wohin? — Wohin du willst.Der wohlfeilste Gasthof, der beste. Du sollst mich hier nebenan, auf dem Kaffehause, treffen. Ich gehe; mache deine Sachegut. —
Just. Sorgen Sie nicht, Herr Major! —
v. Tellheim. (kömmt wieder zurück) Vor allen Dingen, daß
meine Pistolen, die hinter dem Bette gehangen, nicht vergessen
werden.
Just. Zch will nichts vergessen.
v. Tellheim. (kömmt nochmals zurück) Noch eins: nimm mirauch deinen Budcl mit; hörst du, Zust! —
Eilfter Auftritt.Just-
Der Blidel wird nicht zurück bleiben. Dafür laß ich denBudcl sorgen. — Hm! auch den kostbaren Ring hat der Herrnoch gehabt? Und trug ihn in der Tasche, anstatt am Finger?— Guter Wirth, wir sind so kahl noch nicht, als wir scheinen.Bey ihm, bey ihm selbst will ich dich versetzen, schönes Ringcl-chen! Zch weiß, er ärgert sich, daß du in seinem Hause nichtganz sollst verzehrt werden! — Ah —