Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
539
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Minna von Barnhclm.

verstehe mich wohl selbst nicht. — Die Freude macht drehend,wirblicht. —

Francisr'a. Fassen Sie sich, mein Fräulein; ich höre kom-men —

Das Fraulein. Mich fassen? Ich sollte ihn ruhig empfangen?

Achter Auftritt.

v. Tellheim. Der Wirth. Die vorigen.

v. Tellheim. (tritt herein^ i»id indem cr slc erblickt, flicht er aufsie zn) Ah! meine Minna! —

Das Fräulein, (ihm entgegen fliehend) Ah! mein Tcllhcim! —

v. Tcllhcim. (stutzt auf einmal, und tritt wieder zurück) Verzei-hen Sie, gnädiges Fräulein, — das Fräulein von Barnhclmhier zu finden —

Das Fräulein. Kann Ihnen doch so gar unerwartet nichtseyn? — (indem sie ihm näher tritt, und er mehr zurück weicht) Ichsoll Ihnen verzeihen, daß ich noch Ihre Minna bin? VerzeihIhnen der Himmel, daß ich noch das Fräulein von Barn-hclm bin! —

v. Tcllhcim. Gnädiges Fräulein — (sieht starr auf denWirth, und zuckt die Schulter»)

Das Fraulein, (wird den Wirth gewahr, und winkt der Fraiiciska)Mein Herr, —

v. Tellheim. Wenn wir uns beiderseits nicht irren —

Francisr'a. Je, Herr Wirth, wen bringen Sie uns dennda? Geschwind kommen Sie, lassen Sie uns den rechten suchen.

Der Wirth. Ist es nicht der rechte? Ey ja doch!

Francisr'a- Ey nicht doch! Geschwind kommen Sie; ichhabe Ihrer Jungfer Tochter noch keinen guten Morgen gesagt.

Der Wirth. O! Viel Ehre — (doch ohne von der Stellezu geh»)

Francisr'a- (faßt ih» an) Kommen Sie, wir wollen denKüchenzettel machen. — Lassen Sie sehen, was wir habenwerden —

Der Wirth. Sie sollen haben; vors erste —Franciska. Still, ja stille! Wenn das Fräulein ictzt schonweiß, was sie zu Mittag speisen soll, so ist es um ihren Ap-