Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
549
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Minna von Barnhclm. 649

die ich darauf gegeben habe, auf des gnädigen Fräuleins Rech-nung setzen. Nicht so recht, mein schönes Kind?

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Vierter Austritt.

Paul Werner. Der Wirth. Franciska.Werner. Da ist er ja!

Franciska- Hundert Pistolen? Ich meinte, nur achtzig.

Der Wirth. Es ist wahr, nur neunzig, nur neunzig. Daswill ich thun, mein schönes Kind, das will ich thun.

Franciska. Alles das wird sich finden, Herr Wirth.

Werner, (der ihnen hinterwärts näher kvnniit, und auf einmal derFranciska auf die Schulter klopft) Fraucnzimmcrchen! Fraucnzim-mcrchen!

Franciska- (erschrickt) He!

Werner. Erschreck Sie nicht! Fraucnzimmcrchen, Fraucn-zimmcrchen, ich seh, Sie ist hübsch, und ist wohl gar fremdUnd hübsche frcmdc Lcute müssen gewarnt werden Fraucn-zimmcrchen, Fraucnzimmcrchen, nchm Sie sich vor dem Mannein Acht! (auf den Wirth zeigend)

Der Wirth. Zc, unvcrmuthctc Frcudc! Hcrr Paul Wer-ner! Willkommen bey uns, willkommen! Ah, es ist doch im-mer noch der lustige, spaßhafte, ehrliche Werner! Sie sollsich vor mir in Acht nehmen, mein schönes Kind! Ha, ha, ha!

Werner. Geh Sie ihm überall aus dem Wege!

Der Wirth. Mir! mir! Bin ich denn so gefährlich?Ha, ha, ha! Hör Sic doch, mein schönes Kind! Wie gefälltIhr der Spaß?

Werner. Daß es doch immer Seines gleichen für Spaßerklären, wenn man ihnen die Wahrheit sagt.

Der Wirth. Die Wahrheit! ha, ha, ha! Nicht wahr,mein schönes Kind, immer besser! Der Mann kann spaßen! Ichgefährlich? ich? So vor zwanzig Jahren war was dran.Za, ja, mein schönes Kind, da war ich gefährlich; da wußtemanche davon zu sagen; aber jetzt

Werner. O über den altcn Narrcn!

Der Wirth. Da stccktö eben! Wenn wir alt werden, ist