Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
559
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Minna von Barnhclm.

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v. Tellheim- Also hast du ihr Fräulein wohl auch schongesehen?

Werner. Ist ihre Herrschast ein Fräulein? Sie hat mirgesagt, Sie kennten ihre Herrschast.

v. Tellheim. Hörst du nicht? aus Thüringen her.

Werner. Zst das Fräulein jung?

v. Tellheim- Za.

Werner. Schön?

v. Tellheim. Sehr schön.

Werner. Reich?

v. Tellheim. Sehr reich.

Werner. Zst Ihnen das Fräulein auch so gut, wie dasMädchen? Das wäre ja vortrefflich!v. Tellheim. Wie mcunst du?

Zehnter Auftritt.

Franciska. (wieder heraus, mit einem Briefe in der Hand) v. Tellheim.Paul Werner-

Franciska. Herr Major

v. Tellheim. Liebe Franciska, ich habe dich noch nichtwillkommen heißen können.

Franciska. Zn Gedanken werden Sie es doch schon ge-than haben. Ich weiß, Sie sind mir gut. Zch Ihnen auch.Aber das ist gar nicht artig, daß Sie Leute, die Ihnen gutsind,, so ängstigen.

Werner, (vor sich) Ha, nun merk ich. Es ist richtig!

v. Tellheim- Mein Schicksal, Franciska! Hast du ihrden Brief übergeben?

Franciska. Za, und hier übergebe ich Ihnen (reichtihm den Brief)

v. Tellheim. Eine Antwort?Franciska. Nein, Zhren eignen Brief wieder,v. Tellheim. Was? Sie will ihn nicht lesen?Franciska. Sie wollte wohl; aber wir können Gc-schriebnes nicht gut lesen,v. Tellheim. Schäckerinn!

Franciska. Und wir denken, daß das Bricfschreiben für die