Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

WWffMi

.

.V' »i' //tz . _

34 Miß Sara Sampsen.

haben, chc sie mündlich mit mir spricht. Es wird ihr in ei-nem Briefe weniger Verwirrung, und mir vielleicht wenigerThränen kosten.

Mailrvell. Darf ich aber fragen, Sir, was Sie in An-sehung Mcllcfonts beschlossen haben?

Sir William. Ach! Waitwcll, wenn ich ihn von dem Ge-liebten meiner Tochter trennen könnte, so wurde ich etwas sehrhartes wider ihn beschließen. Aber da dieses nicht angeht, sosiehst du wohl, daß er gegen meinen Unwillen gesichert ist. Ichhabe selbst den größten Fehler bey diesem Unglücke begangen.Ohne mich würde Sara diesen gefährlichen Mann nicht habenkennen lernen. Ich verstattete ihm, wegen einer Verbindlich-keit, die ich gegen ihn zu haben glaubte, einen allzusreycn Zu-tritt in meinem Hause. Es war natürlich, daß ihm die dank-bare Aufmerksamkeit, die ich für ihn bezeigtes auch die Achtungmeiner Tochter zuziehen mußte. Und es war eben so natürlich,daß sich ein Mensch von seiner Dcnkungsart durch diese Ach-tung verleiten ließ, sie zu etwas höhcrm zu treiben. Er hatteGcschicklichkcit genug gehabt, sie in Liebe zu verwandeln, chcich noch das geringste merkte, und ehe ich noch Zeit hatte, michnach seiner übrigen Lebensart zu erkundigen. Das Unglück wargeschehen, und ich hätte wohlgethan, wenn ich ihnen nur gleichalles vergeben hätte. Ich wollte unerbittlich gegen ihn seyn,und überlegte nicht, daß ich es gegen ihn nicht allein seyn könnte.Wenn ich meine zu späte Strenge erspart hätte, so würde ichwenigstens ihre Flucht verhindert haben. Da bin ich nun,Waitwcll! Zch muß sie selbst zurückholen, und mich noch glück-lich schätzen, wenn ich aus dcm Verführer nur meinen Sohnmachen kann. Denn wer weiß, ob er seine Marwoods undseine übrigen Kreaturen eines Mädchens wegen wird aufgebenwollen, das seinen Begierden nichts mehr zu verlangen übriggelassen hat, und die fesselnden Künste einer Buhlcrinn so we-nig versteht?

IVailroell. Nun, Sir, das ist wohl nicht möglich, daßein Mensch so gar böse seyn könnte

Sir William. Der Zweifel, guter Waitwcll, macht dei-ner Tugend Ehre. Aber warum ist es gleichwohl wahr, daß