Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
37
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Miß Sara Sampson,

Dritter Auftritt.

N?airwell. Sara.

Zbctty. (zwischen der Scene.) Nur hier herein, wenn Er selbstmit ihr sprechen muß.

Sara, (die sich umsieht) Wer muß selbst mit mir sprechen?Wen seh' ich? Ist es möglich? Waitwcll, dich?

N?aitrvell. Was für ein glücklicher Mann bin ich, daßich endlich unsere Miß Sara wieder sehe!

Sara. Gott ! was bringst du? Zch hör' es schon, ich hör'es schon, du bringst mir die Nachricht von dem Tode meinesNatcrsI Er ist hin, der vortrefflichste Mann, der beste Vater!Er ist hin, und ich, ich bin die Elende, die seinen Tod be-schleuniget hat.

rvaitroell. Ach! Miß--

Sara- Sage mir, geschwind sage mir, daß die letzten Augen-blicke seines Lebens ihm durch mein Andenken nicht schwerer wur-den; daß er mich vergessen hatte; daß er eben so ruhig starb, alser sich sonst in meinen Armen zu sterben versprach; daß er sichmeiner auch nicht einmal in seinem letzten Gebete erinnerte--

rvaitroell. Hören Sie doch auf, sich mit so falschen Vor-stellungen zu plagen! Er lebt ja noch, Zhr Vater; er lebt janoch, der rechtschaffne Sir William.

Sara- Lebt er noch? Ist es wahr, lebt er noch? O! daßer noch lange leben, und glücklich leben möge! O! daß ihmGott die Hälfte meiner Zahrc zulegen wolle! Die Hälfte?Zch Undankbare, wenn ich ihm nicht mit allen, so viel mirderen bestimmt sind, auch nur einige Augenblicke zu erkaufenbereit bin! Aber nun sage mir wenigstens, Waitwcll, daß esihm nicht hart fällt, ohne mich zu leben; daß es ihm leicht ge-worden ist, eine Tochter aufzugeben, die ihre Tugend so leichtausgeben können; daß ihn meine Flucht erzürnet, aber nicht ge-kränkt hat; daß er mich verwünschet, aber nicht bctaucrt.

waitrocll. Ach, Sir William ist noch immer der zärtlicheVater, so wie sein Sarchen noch immer die zärtliche Tochterist, die sie beide gewesen sind.

Sara. Was sagst du? Du bist ein Bote des Unglücks,