Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
55
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Miß Sara Sampson.

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Zch Ungeheuer! Und bey diesen Gesinnungen soll ich anihren Barer schreiben? Doch es sind keine Gesinnungen; cssind Einbildungen! Vcrmalcdcyte Einbildungen, die mir durchein zügelloses Leben so natürlich geworden! Zch will ihrer loswerden, oder nicht leben.

Dritter Austritt.Norton Mellefont.

Mellefont. Du störest mich, Norton!

Norton. Verzeihen Sie also mein Herr (indem er wiederzurück gehe» will.)

Mellefont. Nein, nein, bleib da. Es ist eben so gut,daß du mich störest. Was willst du?

Norton. Zch habe von Bctty eine sehr freudige Neuigkeitgehört, und ich komme Ihnen dazu Glück zu wünschen.

Mellefont. Zur Versöhnung des Vaters doch wohl? Zchdanke dir.

Norron. Der Himmel will Sie also noch glücklich machen.

Mellefont. Wenn er es will du siehst, Norton, ichlasse mir Gerechtigkeit wicdcrfahren so will er cs meinetwe-gen gewiß nicht.

Norton. Nein, wenn Sie dieses erkennen, so will er esauch Zhrctwegcn.

Mellefont. Meiner Sara wegen, einzig und allein mei-ner Sara wegen. Wollte seine schon gerüstete Rache eine ganzesündige Stadt, weniger Gerechten wegen, verschonen: so kanner ja wohl auch einen Verbrecher dulden, wenn eine ihm ge-fällige Seele an dem Schicksale desselben Antheil nimmt.

Norton. Sie sprechen sehr ernsthaft und rührend. Aberdrückt sich die Freude nicht etwas anders aus?

Mellefont. Die Freude, Norton? Sie ist nun für michdahin.

Norton. Darf ich frey reden? (indem er ihn scharf ansicln.)

Mellefont. Du darfst.

Norton- Der Vorwurf, den ich an dem heutigen Morgenvon Ihnen hören mußte, daß ich mich Zhrer Verbrechen theil-