Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
59
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Miß Sara Sampson.

5.9

XNellefonr. Wie ihnen meine Miß gefallen habe?

Marwood. Die Frage ist natürlich. Meine Antwort wirdso natürlich nicht scheinen, aber sie ist gleichwohl nichts wenigerwahr. Sie hat mir sehr wohl gefallen.

Mcllefont. Diese Unpartcylichkcit entzückt mich. Aber wär'cs auch möglich, daß der, welcher die Reize einer Marwood zuschätzen wußte, eine schlechte Wahl treffen könnte?

Marwood. Mit dieser Schmeichelet), Mellcsont, wenn eSanders eine ist, hätten Sie mich verschonen sollen. Sie willsich mit meinem Vorsatze, Sie zu vergessen, nicht vertragen.

Mellefont. Sie wollen doch nicht, daß ich Ihnen diesenVorsatz durch Grobheiten erleichtern soll? Lassen Sie unsereTrennung nicht von der gemeinen Art seyn. Lassen Sie unsmit einander brechen, wie Leute von Vernunft, die der Noth-wendigkeit weichen. Ohne Bitterkeit, ohne Groll und mit Bcy-bchaltung eines Grades von Hochachtung, wie er sich zu unse-rer ehmaligcn Vertraulichkeit schickt.

Marwood. Ehmaligcn Vertraulichkeit? Ich will nichtdaran erinnert seyn. Nichts mehr davon! Was geschehen muß,muß geschehen; und cs kömmt wenig auf die Art an, mit wel-cher cs geschieht. Aber ein Wort noch von Arabellcn. Siewollen mir sie nicht lassen?

Mellefont. Nein Marwood.

Marwood. Es ist grausam, da Sie ihr Vater nicht blei-ben können, daß Sie ihr auch die Mutter nehmen wollen.

Mcllefonr. Ich kann ihr Vater bleiben; und will cs auchbleiben.

Marwood. So beweisen Sie es gleich itzt.Mellefont. Wie?

Marwood. Erlauben Sie, daß Arabella die Reichthümer,welche ich von Zhnen in Verwahrung habe, als ihr Vatcrtheilbesitzen darf. Was ihr Muttcrtheil anbelangt, so wollte ichwohl wünschen, daß ich ihr ein bcssres lassen könnte, als dieSchande, von mir geboren zu seyn.

Mellefont. Reden Sie nicht so. Ich will für Arabel-lcn sorgcn, ohne ihre Mutter wegen eines anständigen Auskom-mcns in Verlegenheit zu setzen. Wenn sie mich vergessen will,