Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
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Miß Sara Sampson.

Marwoov. Ohne Zweifel bin ich seiner Art schon allzu-gcwohnt, als daß ich so etwas bemerken könnte.Sara. Wollen sich Lady nicht setzen?XNarwood. Wenn Sie befehlen Miß (bev Seite, indemsie sich setzen) Ich muß diesen Augenblick nicht ungebraucht vor-bcystrcichcn lassen.

Sara. Sagen Sie mir, Lady, werde ich nicht das glück-lichste Frauenzimmncr mit meinem Mcllcfont werden?

MarrvooO. Wenn sich Mcllcfont in sein Glück zu findenweiß, so wird ihn Miß Sara zu der bcneidcnswürdigstcn

Mannspcrson machen. Aber--

Sara. Ein Aber, und eine nachdenkliche Pause, Lady--

MarwooS. Ich bin offenherzig, MißSara. Und dadurch unendlich schätzbarerMarwood. Offenherzig nicht selten bis zur Unbcdacht-samkcit. Mein Aber ist der Beweis davon. Ein sehr unbc-dächtigcs Aber!

Sara. Ich glaube nicht, daß mich Lady durch diese Aus-weichung noch unruhiger machen wollen. Es mag wohl einegrausame Barmherzigkeit seyn, ein Uebel, das man zeigen könnte,nur argwohnen zu lassen.

Marrvood. Nicht doch, Miß; Sie denken bey meinemAber viel zu viel. Mcllcfont ist mcin Anvcrwandtcr--

Sara. Desto wichtiger wird die geringste Einwendung, dieSie wider ihn zu machen habcn.

XNarwooS. Aber wenn Mcllcfont auch mcin Bruder wärc,so muß ich Zhncn doch sagen, daß ich mich ohne Bedenken ei-ner Person meines Geschlechts gcgcn ihn annchmcn würde,wenn ich bemerkte, daß er nicht rechtschaffen genug an ihrhandle. Wir Frauenzimmer sollten billig jede Beleidigung, dieeiner einzigen von uns erwiesen wird, zu Beleidigungen desganzen Geschlechts und zu einer allgemeinen Sache machen, ander auch die Schwester und Mutter des Schuldigen, Antheil zunehmen, sich nicht bedenken müßten.

Sara- Diese Anmerkung---

Marrvood. Ist schon dann und wann in zweifelhaftenFällen meine Richtschnur gewesen.