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Miß Sara Sampson.
Sara. Zch will es; und was ich sagte war schon einnäherer Schritt dazu. Daß mich Mcllcfont also liebt, ist nn-widcrsprcchlich gewiß. Wenn ich nur nicht entdeckt hatte, daßseiner Liebe ein gewisses Vertrauen fehle, welches mir eben soschmeichelhaft seyn würde, als die Liebe selbst. Kurz, liebsterMcllcfont — Warum muß mir eine plötzliche Beklemmung dasReden so schwer machen? Zch werde es schon sagen müssen,ohne viel die behutsamste Wendung zu suchen, mit der ich esZhncn sagen sollte. — Marwood erwähnte eines Pfandes, undder schwatzhafte Norton — Vergeben Sie es ihm nur — nanntemir einen Namen; einen Namen, Mcllcfont, welcher eine an-dre Zärtlichkeit bey Zhncn rege machen muß, als Sie gegenmich cmpfindcn —
Mellefont. Zst es möglich? Hat die Unverschämte ihreeigne Schande bekannt? — Ach, Miß, haben Sie Mitleidenmit meiner Verwirrung. — Da Sie schon alles wissen, warumwollen Sie es auch noch ans meinem Munde hören? Sie sollnie vor Zhre Augen kommen die kleine Unglückliche, der mannichts vorwerfen kann, als ihre Mutter.
Sara. Sie lieben sie also doch? —
XNellefonr. Zu sehr, Miß, zu schr, als daß ich es leug-nen sollte.
Sara. Wohl! Mcllcfont. — Wie sehr liebe ich Sie, auchum dieser Liebe willen! Sie würden mich empfindlich beleidigethaben, wenn Sie die Sympathie Zhrcs Bluts, aus mir nach-thciligen Bcdenklichkeitcn, verleugnet hätten. Schon haben Siemich dadurch beleidiget, daß Sie mir drohen, sie nicht vor meineAugen kommen zu lassen. Nein, Mcllcfont; cs muß eine vonden Versprechungen seyn, die Sie mir vor den Augen des Höch-sten angeloben, daß Sie Arabcllcn nicht von sich lassen wollen.Sie läuft Gefahr, in den Händen ihrer Mutter, ihres Vatersunwürdig zu werden. Brauchen Sie Zhre Rechte über bcidc, undlassen mich an die Stelle der Marwood treten. Gönnen Siemir das Glück, mir eine Freundinn zu erziehen, die Zhncn ihrLeben zu danken hat; einen Mcllcfont meines Geschlechts. Glück-liche Tage, wenn mein Vater, wenn Sie, wenn Arabella,meine kindliche Ehrfurcht, meine vertrauliche Liebe, meine sorg-