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Miß Sara Sampson.
Mellefont. Machen Sie mich zu Gott, und wiederholenSie dann Ihre Forderung. — Ich habe Zhncn, Miß, schonzu viel Unglück zugezogen, als daß ich mich bedenken dürfte,Zhncn auch das letzte anzukündigen: Sie müssen sterben. Undwissen Sie, durch wessen Hand Sie sterben?
Sara. Ich will es nicht wissen, und es ist mir schon zuviel, daß ich es argwohnen kann.
Mellefonr. Sie müssen es wissen, denn wer könnte mirdafür stehen, daß Sie nicht falsch argwohnten? Dieß schreibetMarwood. (er liefet) „Wenn Sie diesen Zettel lesen werden,„Mcllcfont, wird Ihre Untreue in dem Anlasse derselben schon„bestraft seyn. Ich hatte mich ihr entdeckt, und vor Schrecken„war sie in Ohnmacht gefallen. Bctty gab sich alle Mühe,„sie wieder zu sich selbst zu bringen. Ich ward gewahr, daß„sie ein Kordialpulvcr bey Seite legte, und hatte den glückli-„chcn Einfall, es mit einem Giftpulvcr zu vertauschen. Zch„stellte mich gerührt und dienstfertig, und machte es. selbst zu-„rcchte. Zch sah es ihr geben, und gicng triumphircnd fort.„Rache und Wut haben mich zu einer Mörderinn gemacht; ich„will aber keine von den gemeinen Mörderinnen seyn, die sich„ihrer That nicht zu rühmen wagen. Zch bin auf dem Wege„nach Dover; Sie können mich verfolgen, und meine eigne„Hand wider mich zeugcu lassen. Komme ich unverfolgt in„den Hafen, so will ich Arabcllcn unverletzt zurücklassen. Bis„dahin aber werde ich sie als einen Geisel betrachten. Mar-,,wood." — Nun wissen Sie alles, Miß. Hier, Sir, ver-wahren Sie dieses Papier. Sie müssen die Mörderinn zurStrafe ziehen lassen, und dazu ist es Zhncn unentbehrlich. —Wie erstarrt er da steht!
Sara. Geben Sie mir dieses Papier, Mcllcfont. Zchwill mich mit mcincn Augcn überzeugen, (er giebt es ihr, und siesieht es einen Augenblick an.) Werde ich so viel Kräfte noch haben?(sie zerreißt es>)
TNellefonl. Was machen Sie, Miß!
Sara. Marwood wird ihrem Schicksale nicht cntgchcn;aber weder Sie, noch mein Vater sollen ihre Ankläger werden.Zch sterbe, und vergeb' es der Hand, durch die mich Gott