Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
136
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Emilia G.llotti.

dicht hinter mir etwas seinen Platz nahm. So dicht hintermir! Ich konnte weder vor, noch zur Seite rucken, sogern ich mich wollte; ans Furcht, daß eines andern Andachtmich in meiner stören mochte. Andacht! das war dasschlimmste, was ich besorgte. Aber es währte, nicht lange,so hört' ich, ganz nah' an meinem Ohre, nach einem tie-fen Seufzer, nicht den Namen einer Heiligen, denNamen, zürnen Sie nicht, meine Mutter den NamenIhrer Tochter! Meinen Namen! O, daß laute Donnermich verhindert hätten, mehr zu hören! Es sprach vonSchönheit, von Liebe Es klagte, daß dieser Tag, welchermein Glück mache, wenn er es anders mache sein Unglück

auf immer entscheide. Es beschwor mich--Hören mußt'

ich dieß alles. Aber ich blickte nicht um; ich wollte thun, alsob ich es nicht hörte Was konnt' ich sonst? Meinenguten Engel bitten, mich mit Taubheit zu schlagen; und wannauch, wann auch auf immer! Das bat ich; das war daseinzige, was ich beten konnte. Endlich ward es Zeit, michwieder zu erheben. Das heilige Amt ging zu Ende. Ich zit-terte, mich umzukehren. Ich zitterte, ihn zu erblicken, der siebden Frevel erlauben dürfen. Und da ich mich umwandte, daich ihn erblickte

Claudia. Wen, meine Tochter?

iLmilia- Rathen Sie, meine Mutter; rathen Sie. Ichglaubte in die Erde zu sinken. Ihn selbst.Claudia. Wen ihn selbst? ^Emilia- Den Prinzen.

Claudia. Den Prinzen! O gesegnet sey die Ungedulddeines Vaters, der eben hier war, und dich nicht erwarten wollte!

Emilia. Mein Vater hier? und wollte mich nicht er-warten?

Claudia. Wann du in deiner Verwirrung auch ihn dashättest hören lassen!

LLmilia- Nun, meine Mutter? Was hätt' er an mirstrafbares finden können?

Claudia. Nichts; eben so wenig, als an mir. Und doch,doch Ha, du kennst deinen Vater nicht! Zn seinem Zorne