Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen
 

vinilia Ealotti.

^67

Marchcsc. Marinclli war der Name Marinclli warbcglcitct mit einer Verwünschung Nein, daß ich dcn cdclnMann nicht verleumde! bcglcitct mit kcincr VerwünschungDic Verwünschung dcnk' ich hinzu Der Name Marinclliwar das lctztc Wort dcs stcrl'cndcn Grafcn.

Marinelli. Dcs stcrbcndcn Grafcn? Grafcn Appiani?Sie hörcn, gnädige Frau, was mir in Ihrer seltsamen Rcdcam meisten auffällt. Dcs stcrbcndcn Grafcn? Was Siesonst sagen wollen, versteh' ich nicht.

Claudia (biticr und langsam) Der Namc Marinclli war dasletzte Wort dcs sterbenden Grafen! Verstehen Sie nun?Ich verstand es erst auch nicht: ob schon mit einem Tone ge-sprochen mit einem Tone! Ich höre ihn noch! Wo wa-ren meine Sinne, daß sie diesen Ton nicht sogleich verstanden?

XNarinelll, Nun, gnädige Frau? Zch war von je herdcs Grafcn Freund; sein vertrautester Freund. Also, wenn ermich noch im Sterben nannte

Claudia. Mit dem Tone? Zch kann ihn nicht nach-machen; ich kann ihn nicht beschreiben: aber er enthielt alles!alles! Was? Räuber wären cs gcwcscn, dic uns anfielen? Mörder waren cs; erkaufte Mörder! Und Marinclli,Marinclli war das letzte Wort dcs stcrbcndcn Grafcn! Mit ei-nem Tone!

XNarinelli. Mit cincm Tone? Zst cs erhört, auf einenTon, in cincm Augenblicke dcs Schreckens vernommen, dic An-klage eines rcchtschafncn Mannes zu gründen?

Claudia. Ha, könnt' ich ihn nur vor Gerichte stellen, die-sen Ton! Doch, weh mir! Zch vergesse darüber meine Toch-ter. Wo ist sie? Wie? auch todt? WaS konntemeine Tochter dafür, daß Appiani dein Feind war?

XNarinelll, Zch verzeihe der bangen Mutter. KommenSie, gnädige Frau Zhre Tochter ist hier; in cincm vondcn nächsten Zimmern: und hat sich hoffentlich von ihremSchrecken schon völlig crhohlt. Mit der zärtlichsten Sorgfaltist der Prinz selbst um sie beschäftiget

Claudia. Wer? Wer selbst?

rNarinelli. Der Prinz.