Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
172
Einzelbild herunterladen
 

172

vmilia Ealotti.

Marinelli. Vergessen Sic, was Zhncn dcr Prinz selbst be-fohlen?

Grsina. Er komme, und befehle es mir noch einmal. Icherwarte ihn.

XNarinelli (leise zu dem Obersten, dcn cr bcv Seite ziehet.) MeinHerr, ich muß Sic hier mit einer Dame lassen, die dcr-mit dcrcn Verstände Sie verstehen mich. Ich sage Ihnendieses, damit Sic wissen, was Sic ans ihre Rcdcn zu gebenhaben, dcrcn Sie oft sehr seltsame führet. Am besten,Sic lassen sich mit ihr nicht ins Wort.

GSoarOo- Recht wohl. Eilen Sic nur, mcin Herr.

Sicbcndcr Auftritt.

Die Gräfinn Orsina. Gdoardo Galotti-

Orsina (nach einigem Stillschweigen, unter welchem sie den Oberste»mit Mitleid betrachtet; so wie cr sie, mit einer fluchtigen Ncugicrdc) Wascr Zhncn auch da gesagt hat, unglücklicher Mann!

Gvoarvo (halb vor sich, halb gegen sic) Unglücklicher?

Orsina. Eine Wahrheit war es gewiß nicht; am we-nigsten eine von dcncn, dic auf Sic warten.

OvoarSo. Auf mich warten? Weiß ich nicht schon ge-nug? Madame! Aber, rcdcn Sic nur; rcdcn Sie nur.

Orsina. Sie wissen nichts.

Odoaröo. Nichts?

Orsina. Guter, licbcr Vatcr! Was gäbe ich darum,wcnn Sic auch mcin Aatcr wärcn! Bcrzcihcn Sic! dic Un-glücklichen ketten sich so gern an einander. Ich wollte treu-lich Schmerz und Wuth mit Zhncn theilen.

OOoardo. Schmerz und Wuth? Madame! Aber ichvergesse Rcdcn Sic nur.

Orsina- Wenn cs gar Zhrc einzige Tochter Ihr einzi-ges Kind wäre! Zwar einzig, oder nicht. Das unglücklicheKind, ist immer das einzige.

OvoarSo. Das unglückliche? Madamc! Was willich von ihr? Doch, bcy Gott, so spricht kcinc Wahnwitzigc!

Orsina- Wahnwitzigc? Das war cs also, was cr Zhncnvon mir vertraute? Nun, nun; cs mag leicht keine von