Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
185
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Eiililia Galotti.

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tcr dahin; nirgends anders als dahin. Aber sprechen wollt'ich sie doch gern vorher. Der Tod des Grafen ist ihr noch un-bekannt. Sie wird nicht begreifen können, warum man sie vonihren Acltcrn trennet. Zhr jenen auf gute Art beyzubringen;sie dieser Trennung wegen zu beruhigen: muß ich sie spre-chen, gnädiger Herr, muß ich sie sprechen.

Der Prinz. So kommen Sie denn

Gvoardo. O, die Tochter kann auch wohl zu dem Vaterkommen. Hier, unter vier Augen, bin ich gleich mit ihr fer-tig. Senden Sie mir sie nur, gnädiger Herr.

Der Prinz, Auch das! O Galotti, wenn Sie meinFreund, mein Führer, mein Vater seyn wollten!

(Dcr Prinz und Marinclli gehe» ab.)

Sechster Auftritt.

Odoardo Galotti-(Ihm nachsehend; nach einer Pause.) Warum nicht? Herzlichgern. Ha! ha! ha! (blickt wild umher) Wer lacht da?Bey Gott, ich glaub', ich war es selbst. Schon recht! Lu-stig, lustig! Das Spiel geht zu Ende. So, oder so! Aber

(Pause) wenn sie mit ihm sich verstünde? Wenn es das all-tägliche Posscuspicl wäre? Wenn sie es nicht werth wäre, wasich für sie thun will? (Pause) Für sie thun will? Was willich denn für sie thun? Hab' ich das Herz, es mir zu sa-gen? Da denk' ich so was! So was, was sich nur denkenläßt. Gräßlich! Fort, fort! Ich will sie nicht erwarten.Nein! (gegen den Himmel) Wer sie unschuldig in diesen Ab-grund gestürzt hat, dcr ziehe sie wieder heraus. Was braucht ermeine Hand dazu? Fort! (Er will gehen, und sieht Emilicn kommen.)Zu spat! Ah! er will meine Hand; er will sie!

Siebender Auftritt.Emilia, Odoardo.Emilia. Wie? Sie hier, mein Vater? Und nur Sie?

Und meine Mutter? nicht hier? Und der Graf? nichthier? Und Sie so unruhig, mein Vater?

Gooaröo. Und du so ruhig, meine Tochter?