S84 Rathan der Weise.
Natha». (indem er Saladins Hand fahren läßt.)Augenblicks! Und bey dem andernBleibt es doch auch? (ab.)
Sa lad in.Ah! daß ich meine SchwesterRicht horchen lassen! — Zu ihr! zu ihr! — DennWie soll ich alles das ihr nun erzählen?
(ab von der andern Seite.)
Siebender Auftritt.
(Die Scene: unter den Palmen, in der Nähe des Klosters, wo der Tempel.Herr Rathaus wartet.)
Tempelherr.(Geht, mit sich selbst kämpfcud, auf und ab; bis er losbricht.)— Hier hält das Opfcrthicr ermüdet still. —Nun gut! Ich mag nicht, mag nicht näher wissen,Was in mir vorgeht; mag voraus nicht wittern,Was vorgchn wird. — Genug, ich bin umsonstGcflohn! umsonst. — Und weiter konnt' ich dochAuch nichts, als flichn! — Nun komm', was kommen soll! —Zhm auszubcugen, war der Streich zu schnellGefallen; unter den zu kommen, ichSo lang und viel mich weigerte. — Sie sehn,Die ich zu sehn so wenig lüstern war, —Sie sehn, und der Entschluß, sie wieder ausDen Augen nie zu lassen — Was Entschluß?Entschluß ist Vorsatz, That: und ich, ich litt',Zch litte blos. — Sie sehn, und das Gefühl,An sie verstrickt, in sie verwebt zu seyn,War eins. — Bleibt eins. — Von ihr getrenntZu leben, ist mir ganz undenkbar; wär' ~Mein Tod, — und wo wir immer nach dem TodeNoch sind, auch da mein Tod. — Ist das nun Liebe:So — liebt der Tempelritter freylich, — liebtDer Christ das Zudcnmädchcn freylich. — Hm!Was thuts? — Zch hab' in dem gelobten Lande, —Und drum auch mir gelobt auf immerdar! —