Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
284
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S84 Rathan der Weise.

Natha». (indem er Saladins Hand fahren läßt.)Augenblicks! Und bey dem andernBleibt es doch auch? (ab.)

Sa lad in.Ah! daß ich meine SchwesterRicht horchen lassen! Zu ihr! zu ihr! DennWie soll ich alles das ihr nun erzählen?

(ab von der andern Seite.)

Siebender Auftritt.

(Die Scene: unter den Palmen, in der Nähe des Klosters, wo der Tempel.Herr Rathaus wartet.)

Tempelherr.(Geht, mit sich selbst kämpfcud, auf und ab; bis er losbricht.) Hier hält das Opfcrthicr ermüdet still.Nun gut! Ich mag nicht, mag nicht näher wissen,Was in mir vorgeht; mag voraus nicht wittern,Was vorgchn wird. Genug, ich bin umsonstGcflohn! umsonst. Und weiter konnt' ich dochAuch nichts, als flichn! Nun komm', was kommen soll!Zhm auszubcugen, war der Streich zu schnellGefallen; unter den zu kommen, ichSo lang und viel mich weigerte. Sie sehn,Die ich zu sehn so wenig lüstern war,Sie sehn, und der Entschluß, sie wieder ausDen Augen nie zu lassen Was Entschluß?Entschluß ist Vorsatz, That: und ich, ich litt',Zch litte blos. Sie sehn, und das Gefühl,An sie verstrickt, in sie verwebt zu seyn,War eins. Bleibt eins. Von ihr getrenntZu leben, ist mir ganz undenkbar; wär' ~Mein Tod, und wo wir immer nach dem TodeNoch sind, auch da mein Tod. Ist das nun Liebe:So liebt der Tempelritter freylich, liebtDer Christ das Zudcnmädchcn freylich. Hm!Was thuts? Zch hab' in dem gelobten Lande,Und drum auch mir gelobt auf immerdar!