Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
445
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Weiber sind Wclbcr. 445»

Segarin. Adicn, Herr MnsicuS; Adieu.

-Hr. ^VolMang. O vcrjeyhcu sie, ich hab es ans der Acht ge-lassen --Ich bin Dero unlcrthäuigstcr Knecht, mein Herr Capi-tal» von Segarin.

-Hr. Segarin. Das war was anders. Leben Sie wohl, »icinHerr Virtuose, leben Sie wohl.

Achter Auftritt.

Segarin. Lisctte.

Segarin. Lisctte, es ist mir eingekommen; ich muß Hilaricn heutenoch zu meiner Frau haben, oder sonst mag ich sie gar nicht.

Aisettc. Das ist ihnen eingekommen? Es kömmt einem doch manch-mal wunderlich Zeug ein. Aber erlauben sie mir eine kleine Frage:ist es ihnen im Wachen oder im Traume eingekommen?

Segarin. Närrische Frage! im Wachen.

Aisette. Sie haben also wachend geträumt! Desto schlimmer.Ihr Gehirn muß sich in sehr übelm Zusiande befinden.

Segarin. O das Gehirn, das Gehirn. Wann in mir das Her;gesund ist, was frag ich nach dem Gehirne? Zu was ist das einemSoldaten viel nütze? Die Natur hätte von Rechtswegen einen Solda-ten aus lauter Herz machen sollen. Aber, im Ernste, Lisctte, wir habenja beynahe noch den ganzen Tag vor uns; du »nistest im Kuppel nichtviel gethan haben, wann du so eine Kleinigkeit nicht in sechs bis sie-ben Stunden zu Stande bringen konntest. Ich bin mm schon einenMonat hier.

Kusetre- Daß weiß ich, leider.

Segarin. Wann ich Bergen op Zoom belagert hätte, so würdeich nicht so lange haben davor liegen müssen. Und eine Frau sollmich so lange aufhalten? Wenn es noch eine Jungfer wäre. Und auchbey der würde eine monatliche Belagerung schon ziemlich romanhaftseyn. Ich muß also einen Stnrm wagen, einen Gcncralsturm. Du in-dessen, Lisctte, sollst versuchen ob du sie zur Capilulacion bewegen kanst.

Aisette. Ich denke sie wollen stürmen. Wie ich aber sehe sowollen sie es auch in der Güte versuchen.

Segarin. Ach, das schickt sich für dich nicht über meine Maaß-regeln zu critisiren. Kurz versprich mir deinen Beystand, und ich ver-spreche dir---